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Jan Aalbach

Phoenix

  • Autor:Jan Aalbach
  • Titel: Phoenix
  • Serie:
  • Genre:SF
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Piper Taschenbuch
  • Datum:17 Februar 2014
  • Preis:14,99 EUR

 
»Phoenix« von Jan Aalbach


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Als der totkranke Milliardär Henning von Bromberg an den Sterne-Koche Elias Meerbaum herantritt, ahnt dieser nicht, was für ein denkwürdiges Abenteuer ihn erwartet. Elias ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Kochshows im Fernsehen, gut gehende Restaurants und Fans auf der ganzen Welt umlagern ihn. Deswegen nimmt er das Angebot von Brombergs auch nicht wirklich ernst, als dieser ihn bittet, das Elixier des Lebens für ihn zu beschaffen. Doch als auch Elias plötzlich mit seinem eigenen Tod konfrontiert wird, nimmt er das Angebot an. Eine Reise durch die halbe Welt, von einem Abenteuer zum nächsten und an seiner Seite die begehrenswerteste Frau aller Zeit, nimmt ihren Anfang. Doch das auch der Tod ihr ständiger Begleiter sein wird, damit hätte wohl keiner gerechnet.

Das Cover ist sehr dunkel gehalten. In der Mitte prangt ein Insekt, welches auf mich einfach nur fremdartig wirkt. Leider sah und sehe ich keinerlei Zusammenhang zwischen diesem Bild und dem Inhalt des Buches. Wie der Titel und der Klapptext schon verraten, hätte ich eine Abbildung eines Phönix bevorzugt.

Jan Aalbach ist mit seinem Buch etwas ganz besonders gelungen!
Ein Abenteuerroman, der mich häufig an Indiana Jones denken ließ und doch ganz anders ist.
Ein Mystery-Thriller, der Mythologie und den Glaube unterschiedlichster Kulturen vermischt.
Ein Liebesroman auf ganz besonderem Niveau; eine einzigartige Liebe vor einer berauschenden Kulisse.

Schnell war mir klar, dass dieses Werk mich begeistern wird. Nicht nur durch die Vermischung dieser unterschiedlichen Stilelemente, sondern auch, weil Aalbach es versteht, gekonnt Spannung aufzubauen und diese auch zu halten. Seine Sprachwahl, bzw. sein Sprachgefühl ist absolut einzigartig und ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schallend lacht. Ich versicherte mich mehrfach, dass dies keine Übersetzung ist, sondern der Autor tatsächlich in deutsch geschrieben hat, da seine Wortkreationen erfrischend, verblüffend und genial waren. Das Geschriebene wirkte stark lebendig und hielt mich gefesselt. Von einer zur nächsten Seite erwartete mich stets etwas Neues, etwas Unfassbares und doch Greifbares. Die meisten Örtlichkeiten habe ich im Internet nachgeschlagen, um die anschaulichen Schilderungen des Autors zu vertiefen und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen. Die Vermischung von tatsächlichen Orten und purer Fiktion war so gekonnt, dass ich immer noch zweifle, dass wenn ich den selben Weg wie die Protagonisten beschreite, ich nicht am Ende wirklich ein Lebenselixier in Händen halte.
Gekämpft habe ich stellenweise mit den für mich unaussprechlichen Namen der Personen und der Örtlichkeiten. Da Elias Meerbaum allerdings die Angewohnheit hat, allem einen Spitznamen aufgrund seines Geruches zu verleihen, konnte ich diese dann zumindest gedanklich, aussprechen. Die meisten, naja eigentlich eher alle, haben zwei Namen und ich kam schnell ins Grübeln, ob ich mir die tatsächlichen Namen und ihre Alias überhaupt merken und dann zuordnen kann, aber dieses Überlegung verflog rasch und bereitete mir keinerlei Schwierigkeiten. Die Sprünge machten mir überhaupt keine Probleme und ich verwechselte keinen.
Der einzige, wirklich kleine Kritikpunkt für mich war, dass das Buch vor lauter Zufällen wimmelt. Geld spielt keine Rolle; droht Gefahr, kennt jemand jemanden, der einen kennt, der alles in Ordnung bringt; merkwürdige Gestalten werden sofort akzeptiert; ja selbst ein Fortbewegungsmittel ist stets zur Verfügung. Die Glaubwürdigkeit hat dadurch in meinen Augen leicht gelitten.
Die Reise der beiden Schatzjäger führt sie durch die halbe Welt. Jede Region hat ihre Eigenheiten und das machte es für mich sehr schwer, die Handlung vorherzusehen, was mir ausgesprochen gut gefiel. Ich ließ mich einfach treiben und genoss das Abenteuer.

Seine Protagonisten kreiert Jan Aalbach unglaublich spritzig, witzig, lebendig und authentisch. Ich fühlte mich sofort mit ihnen verbunden und konnte ihre Entscheidungen nachvollziehen und ihren Handlungen folgen.
Der Milliardär, der dem Tod geweiht ist und dem selbst Geld nicht helfen kann. Er engagiert den Sternekoch Elias Meerbaum, um für ihn das Elixier des Lebens zu beschaffen. Denn was bringt ihm all sein Reichtum, wenn er nicht ewig leben kann? Henning von Bromberg geht zwar über Leichen, um an sein Ziel zu gelangen, ist mir aber trotzdem sympathisch. Die Mischung aus egozentrischem, reichen Schnösel und einfach eines Mannes, der um sein Leben bangt, ist wunderbar geworden.
Elias Meerbaum ist zwar in der Öffentlichkeit eine schillernde Persönlichkeit, aber im Inneren ist er eher verschlossen, schüchtern und ein Hypochonder. Er kann alles riechen, selbst den Ursprung des Mineralwassers oder das Fass, in dem ein Wein gelagert wurde. Dies prädestiniert ihn für die Aufgabe. Er beherrscht unglaublich viele Sprachen, Sitten und Gebräuche. Doch woher, weiß er nicht, da er nach einem schweren Unfall sein Gedächtnis verloren hat. In ihm scheinen zwei Persönlichkeiten um ihr Recht auf Vorherrschaft zu ringen. Diese Zerrissenheit fand ich spannend zu beobachten und gebannt folgte ich der seelischen Entwicklung des Kochs.
An seiner Seite ist die schöne und intelligente Ärztin Dr. Xi Huang, die Elias Ylang-Ylang, Blume der Blumen nennt. Sie ist der ruhende Pol in der Geschichte und zugleich stark und geheimnisvoll. Denn auch Ylang kennt ihre Vergangenheit nicht.


Mein Fazit

Und die Moral von der Geschicht: Aus jeder Fiktion ein Körnchen Wahrheit spricht.
 
 
 


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