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Raymond Feist

Die Midkemia-Saga 1
Der Lehrling des Magiers

  • Autor:Raymond Feist
  • Titel: Der Lehrling des Magiers
  • Serie:Die Midkemia-Saga 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Datum:20 Juni 2016
  • Preis:9,99 EUR

 
»Der Lehrling des Magiers« (Die Midkemia-Saga 1) von Raymond Feist


Besprochen von:
 
NannyOgg
Deine Wertung:
(5)

 
 
Der 13-jährige Pug führt ein unbeschwertes Leben in dem Küstenherzogtum Crydee und träumt zusammen mit seinem besten Freund Tomas davon, beim Schwertmeister in die Lehre zu gehen. Doch nur Tomas wird am Tag des großen Festes, an dem die Lehrlinge von den Meistern ausgewählt werden, vom Schwertmeister erwählt. Pug wird dagegen Lehrling beim Magier Kulgan.

Ein Jahr später ist Pugs Freude darüber, Magie zu erlernen, jedoch erloschen. Er hat das Gefühl, dass etwas in seinem Inneren seine Magie blockiert; nicht einmal die einfachsten Sprüche kann er anwenden. Nur bei Bedrohungen scheint sich etwas in seinem Inneren zu lösen und seine magischen Kräfte erwachen.

Während er und Tomas in ihre Studien vertieft sind und ansonsten das Leben am Hof des Herzogs genießen, wird am Strand ein Wrack angespült, das anders aussieht als alles, was die beiden je gesehen haben. Es stellt sich heraus, dass das Schiff und seine Mannschaft aus einer anderen Welt kommen und über einen Spalt in die Welt Midkemia gelangt sind. Die Mannschaft entstammt dem Volk der Tsurani, einem Volk mit starken Krieger, mächtigen Magiern und einem unbekannten Ziel, von denen weder die Menschen des Herzogtums, noch die Elben oder Zwerge je gehört haben.

Nachdem Herzog Borric hört, dass die Tsurani auch in anderen Gegenden gesichtet wurden und sogar die Elbenwälder durchreisen, befürchtet er eine Invasion dieses fremden und seltsamen Volkes. Zusammen mit einigen Männern, zu denen auch Pug und Tomas gehören, reist er nach Krondor, der Hauptstadt des Westens, um dem Prinzen davon zu berichten und die Armeen des Westens zu mobilisieren. Doch der Hof hat seine eigenen Gesetze und ein schwacher König Angst vor dem Prinzen – bis Borric den Herrscher überzeugen kann, eine Armee auszuheben, ist es fast schon zu spät, das Unheil abzuwenden.

Kommentar:
Die Taschenbuchausgabe des Blanvalet-Verlags ist eine schön gestaltete Neuauflage der Midkemia-Saga von Raymond Feist, die in den 80er Jahren begonnen wurde und den Auftakt mehrerer Reihen bildet, deren bis jetzt letzte noch nicht abgeschlossen ist. „Der Lehrling des Magiers“ ist das erste von vier Büchern, die von dem ersten Spaltkrieg handeln.

Ich kannte die Midkemia-Saga bisher nur dem Namen nach und hatte schon lobende Worte gehört, habe die Bücher bis jetzt aber noch nie gelesen. Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass es eine Neuauflage gibt, die mir von der Covergestaltung auch wesentlich besser gefällt als die älteren Bücher.

„Der Lehrling des Magiers“ ist eine klassische Fantasygeschichte, in der ein Junge seine Fähigkeiten entdeckt, durch Zufall und eigene Fähigkeiten Abenteuer erlebt und in die Wirren des Krieges hineingezogen wird, in dem ihm seine eigene besondere Rolle zukommt. In dieser Welt gibt es Zauberer und Drachen, Elben und Zwerge, die Guten sind gut und die Bösen – zumindest in diesem Buch – einfach nur böse. Es kommen Schlachten vor, die im Gegensatz zu vielen heutigen Fantasyromanen allerdings nicht bis ins letzte Detail beschrieben werden. Die Menschen sterben auch in diesem Buch, aber es fliegen weder Körperteile noch Gehirnmasse durch die Gegend, was ich als sehr wohltuend empfunden habe.

Die Nähe zu Tolkien ist immer wieder zu erkennen, zum Beispiel bei den Völkern der Elben und Zwerge, aber zum Teil auch in der Geschichte selbst, wenn die Gefährten beispielsweise auf der Flucht sind und aufgrund eines Schneesturms, der den Pass über die Berge unzugänglich macht, den gefährlichen Weg durch die Zwergenminen wagen, in denen das Böse lauert. Die nahe Anlehnung an Tolkien findet sich in der Fantasyliteratur der Achtzigerjahre häufiger, prominentestes Beispiel ist sicherlich der erste Teil der Shannara-Chroniken von Terry Brooks. „Der Lehrling des Magiers“ ist dagegen trotz einiger Elemente von Tolkien eigenständig und ich hatte nicht das Gefühl, alles schon einmal gelesen zu haben. Gerade die Idee, dass die Tsuranis über einen Spalt aus einer anderen Welt kommen, hat mir gefallen.

Die Charaktere sind sympathisch und mir sofort ans Herz gewachsen. Pug und Tomas sind zu Beginn des Buches noch jung, betrachten die Welt voller Staunen und Neugier. Im Laufe der Geschichte werden sie älter und entwickeln sich weiter, entdecken dabei auch neue Seiten an sich. Trotzdem bleiben sie die besten Freunde. Sehr gern mochte ich auch Kulgan und vor allem seinen Feuerdrachen Fantus. Einzig die weiblichen Charaktere sind in diesem Buch dünn gesät. Prinzessin Carline ist das einzige weibliche Wesen, dem eine größere Rolle zukommt (von der Elbenkönigin einmal abgesehen, die nur kurz auftaucht), und ich empfand ihre Beschreibung doch manchmal dem typischen Klischee nachempfunden. Erst mit der Zeit entwickelt sie sich weiter, aber trotzdem ist Feist noch sehr in der Rollenvorstellung von dem Mann als Kämpfer und Beschützer und der Frau als Dame des Hauses und zu Beschützende verhaftet. Vielleicht ändert sich das aber in den späteren Büchern noch.

Die Kapitel handeln anfangs alle von Pugs Erlebnissen, später kommen auch Kapitel über Tomas vor oder welche, die auf der Burg in Crydee spielen, nachdem Pug und Tomas den Ort verlassen haben. Teilweise werden ein oder zwei Jahre übersprungen oder auch Passagen, wie die Rückreise aus Rillanon. Einerseits bleibt das Erzähltempo dadurch erhalten und die Handlung wird nie langatmig oder sogar langweilig, andererseits war es manchmal verwirrend, da es erst nach einigen Seiten ersichtlich wurde, dass inzwischen zwei Jahre vergangen sind.

Der Feind bleibt bis zum Schluss geheimnisvoll und man weiß so gut wie gar nichts über ihn. Ich bin daher schon sehr gespannt auf die Folgebände, da ich mehr über die Beweggründe und die Welt der Tsurani erfahren möchte und hoffe, dass das bald aufgeklärt wird.

Fazit:

Sehr schöne Fantasy mit einer interessanten Welt und sympathischen Charakteren, die einfach Spaß macht. Ich freue mich schon auf die Folgebände und alle weiteren Bücher, die in Midkemia spielen. Zum Glück sind es inzwischen viele Bände, sodass für Nachschub gesorgt ist. Hoffentlich gibt es diese nach und nach auch in einer schön gestalteten neuen Auflage.
 
 
 


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