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Lauren Beukes

Broken Monsters

  • Autor:Lauren Beukes
  • Titel: Broken Monsters
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Ebook
  • Verlag:Rowohlt E-Book
  • Datum:30 Mai 2015
  • Preis:14,99 EUR

 
»Broken Monsters« von Lauren Beukes


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Detroit: Stadt der zerplatzen Träume, der verlorenen Hoffnung, der Aufgabe, des Betrugs und der Verzweiflung. Wo könnte ein Psychopath besser seine Triebe ausleben? Als die erste Leiche gefunden wird - ein kleiner Junge, der mit dem Körper eines Hirsches verbunden wurde - ist dies wie ein Blick in die Hölle. Und die nächste Leiche ist schon in Arbeit.
Die Ermittlerin Gabi zusammen mit ihrem Team beginnt mit der Jagd auf dieses Monster und gerät dabei immer tiefer in einem gefährlichen Sumpf, den sie nicht erfassen kann. Als auf Umwegen dann auch noch ihre Tochter Layla in die Schusslinie gerät, kennt die Angst keine Grenzen mehr.

Das Cover ist schwarz und am unteren Rand liegt ein abgerissener, zerbrochener Puppenkopf. Auf mich wirkte es zusammen mit dem Klapptext wie ein Magnet, der mich unaufhaltsam zu diesem Buch gezogen hat. Der Zusammenhang zwischen diesem Bild und dem Inhalt erschloss sich natürlich erst später und ich hätte mir kein besseres vorstellen können!

Ich kenne und schätze Lauren Beukes für ihren schnellen, interessanten und stellenweise auch brutalen Schreibstil. Deswegen habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Wie gewohnt peitscht sie die Ereignisse durch und lässt ihre Leser kaum zum Luft holen kommen. Brutale Morde, persönliche Schicksalsschläge, Ermittlungen die ins Stocken geraten und Einblicke in die kranke Seele eines Psychopathen lassen Broken Monsters mal wieder zu einem Lesevergnügen der Extraklasse werden.
Meistens jedenfalls. Denn diesmal hatte ich leider das Gefühl, dass die Autorin zu hektisch geworden ist, zu viele Fäden hatte, die sie am Ende zusammenlaufen lassen wollte. Stellenweise wirkt das Buch auf mich unsortiert, unruhig und fahrig, was ich weder verstanden noch nachvollziehen konnte. Beukes ist für mich eine Meisterin des Chaos und dass sie so die Orientierung in ihrem Buch verliert, verwunderte mich sehr. Ehrlicherweise muss ich aber auch sagen, dass mir das vermutlich gar nicht aufgefallen wäre, wenn ich nicht ihre anderen Werke dermaßen schätzen und lieben würde und hätte dies einfach als sprunghaft abgetan.
Die geschilderte Mordserie und die Gedanken des Psychopathen ließen mir das Blut in den Adern gefrieren. Lauren Beukes schilderte die Opfer anschaulich und meine voyeuristische Neugierde wurde mehr als befriedigt. Sie schildert keine auseinandergenommenen und zerfetzten Leichenteile, sondern viel subtiler, was mir einen Schauer nach dem nächsten über den Rücken jagte. Mein Kopfkino wurde von der ersten bis zur letzten Sekunde voll beansprucht, was für mich wichtig und toll ist bei einem Buch.
Zudem sprang ihre Erzählung stets zwischen mehreren Schauplätzen hin und her, was die Spannung aufrecht und meine Neugierde wach hielt. Nie war die Handlung vorhersehbar und immer wenn ich dachte, dass ich Beukes jetzt endlich durchschaut hätte, ging die Entwicklung garantiert in eine völlig andere Richtung und nahm eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hätte. Vor allem nicht mit diesem Schluss.
Nicht nur die Handlung, sondern auch die Örtlichkeiten sind stets dunkle bis düster gewählt, so dass ich beim Lesen die meiste Zeit mit einem Gefühl der Beklemmung zu kämpfen hatte. Nicht unangenehm, aber es lauerte stets im Hintergrund, wie ein Schatten kurz vor dem Absprung. Trotz Unruhe baute die Autorin mal wieder eine grandiose Stimmung auf!

Merkwürdigerweise konnten mich die Protagonisten nicht ganz so fesseln, da ich von der Handlung zu sehr Anspruch genommen war. Mir gelang es nicht, zu einer Person eine Beziehung aufzubauen, sondern blieb stets eher am Rand und schaute von außen zu, als dass mir die Verknüpfung gelingen wollte.
Jede vorgestellte Person ist von Beukes absolut einzigartig dargestellt worden und faszinierte mich auf ihre Art. Ob das die taffe Polizistin Gabi war, ihre sich in der Selbstfindungsphase befindliche Tochter.... oder der abgehalfterte Möchtegernreporter Jonno. Jeder für sich wirklich grandios geraten, aber um ehrlich zu sein hatte ich das Gefühl, dass die Charaktere so stark waren, dass sich über jeden von ihnen ein eigenen Buch hätte schreiben lassen können.

Mein Fazit

Stark! Spannend! Brutal! Lesenswert!
 
 
 


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