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Kelda Ardere

Das Erbe der Krylows 1
Moira 1

  • Autor:Kelda Ardere
  • Titel: Moira 1
  • Serie:Das Erbe der Krylows 1
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:AAVAA Verlag
  • Datum:01 Dezember 2013
  • Preis:11,95 EUR

 
»Moira 1« (Das Erbe der Krylows 1) von Kelda Ardere


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Nach dem brutalen Mord an ihren Eltern, muss die kleine Moira in ein Waisenhaus nach Deutschland. Sie entwickelt sich zu einer Einzelgängerin, vertraut keinem und sondert sich ab. Nur in Rudi erkennt sie einen Seelenverwandten. Bis zu dem Tag, an dem auch er sie verrät.
Moira wird von Aleki und Leyla adoptiert. Doch die Adoption ist nur eine Verschleierungstaktik. Denn Moira hat eine seltene Gabe, die es zu schützen gilt. Während die einen Jagd auf das junge Mädchen machen, versuchen die anderen sie mit eiserner Disziplin zu lehren, mit ihrer Gabe umzugehen.

Das Cover zeigt Moira mit Pony und Bob. Ihr Gesicht ist zerschrammt und sie wirkt gehetzt und ängstlich. Ihre schwarzen Haare vermischen sich mit dem Hintergrund, so dass das Gesamtbild sehr düster wirkt. Für meinen Geschmack zu düster, denn das Buch strotzt vor Leben. Natürlich auch vor Angst und Gefahr, aber ein kleines bisschen positiver hätte dem Coverbild nicht geschadet.

Kelda Ardere erwischt mich eiskalt mit ihrem Buch. Ich hatte mit einem netten Jugendroman gerechnet, der sich nicht groß aus der Masse abhebt. Aber weit gefehlt! Selten habe ich einen so frischen, lebendigen und mitreißenden Schreibstil erlebt, der mich sofort gefangen nehmen konnte. Atemlose Spannung, gewürzt mit spritzigen Dialogen, amüsanten Begebenheiten, die mir ein Grinsen entlockten und interessante Charaktere vermischten sich zu einer packenden Geschichte, der ich mich nicht entziehen konnte oder gar wollte.
Gekonnt baut die Autorin Spannung auf, die sich das gesamte Buch über hält. Sie wirft eine Szene, eine Begebenheit in den Raum und erklärt erst nach und nach den Zusammenhang. Wie ein Puzzle setzte sich die Geschichte zusammen, auch wenn das Grundgerüst die ganze Zeit über klar und deutlich erkennbar war. Zu Beginn rätselte ich fleißig mit, wie wohl alles zusammenhängen könnte, wer hinter den Anschlägen steckt, wer Jagd auf Moira macht; aber dann ließ ich mich einfach von der Geschichte treiben, genoss sie in vollen Zügen und blickte jede Seite voller Spannung an, mit welcher Überraschung Ardere jetzt wohl kommen und mich verblüffen würde.
Sie schreibt sehr bildlich, so dass ich mir die Szenerie gut vorstellen und alles haut nah miterleben konnte. Wie ein Film lief die Handlung vor meinem inneren Auge ab, was ich in vollen Zügen genoss!

Die Charaktere stehen der aufregenden Handlung in nichts nach. Gerade die junge Moira ist Kelda Ardere sehr gut gelungen, da sie mit ihrem verträumten Dickkopf und ihrer Schusseligkeit einfach lebendig und authentisch wirkt. Auf der einen Seite ist Moira eine Kämpferin und lässt sich von nichts unter kriegen und doch ist sie auf der anderen Seite nur eine Jugendliche, die sich nach Liebe und Stabilität sehnt. Ihre Gabe erkennt sie nicht als Segen. Aber auch nicht als Fluch. Sie erkennt sie als gar nichts, was mich verblüffte. Es scheint so, wie wenn sich Moira nicht, viel mehr noch nicht, damit auseinandersetzen und es eher verdrängen möchte. Moira steht an einem Scheideweg und es ist nicht klar, welche Seite gewinnen wird. Gerade dies macht sie so wirklichkeitsnah, da es jedem von uns schon mal so ergangen ist.

An ihrer Seite sind ihre Tante Leyla, Aleki, Alister und Ayden. Die vier versuchen sie zu schützen und auf das Kommende vorzubereiten. Mit mehr oder weniger Erfolg. Denn noch nimmt Moira selten Ratschläge an, wenn sie von Menschen kommen, die sie nicht leiden kann. Und leiden kann sie eigentlich keinen. Nicht ihre Tante Leyla, die auf sie eifersüchtig ist. Nicht Aleki, der sie aus ihrer gewohnten Umgebung herausreißt und mit einer Aufgabe konfrontiert, der sie sich nicht gewachsen fühlt. Und schon gar nicht Alister, der für ihre Ausbildung zuständig ist und sich als Sklaventreiber entpuppt. Nur zu Ayden fühlt sie sich hingezogen. Zu sehr? Jeder der vier ist als Einzelperson sehr stark ausgearbeitet, was mir gut gefiel. Die Personen wirken eigenständig und agieren miteinander, reagieren aber nicht ausschließlich auf Moira. Wenn es Moira nicht gäbe, hätten sie trotzdem ein Leben. Dies finde ich sehr selten in Büchern und zolle der Autorin dafür Respekt und Anerkennung, da deutlich wird, dass sie in jeden Charakter Herzblut investiert hat.

Mein Fazit

Spannend! Lebendig! Voller Esprit! Absolut lesenswert!
 
 
 


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