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Ann Leckie

Die Maschinen - Universum 2
Die Mission

  • Autor:Ann Leckie
  • Titel: Die Mission
  • Serie:Die Maschinen - Universum 2
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:08 Februar 2016
  • Preis:14,99 EUR

 
»Die Mission« (Die Maschinen - Universum 2) von Ann Leckie


Besprochen von:
 
Korlat
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
Breq, der/die einmal ein Schiff war und nun nur noch eine Person ist, wird von Anaander Mianaai, Herrscher/Herrscherin der Radch, zur Flottenkapitänin ernannt und ins Athoek-System geschickt, um es zu sichern. Die seit dreitausend Jahren amtierende Herrscherin der Radch ist im Konflikt mit sich selbst. Sie existiert in vielen Gestalten, die im Verlauf der Jahrhunderte immer weniger „synchron“ laufen. In Teilen der Radch ist der Kampf der unterschiedlichen Mianaai-Herrscher offen ausgebrochen.
Breq muss zunächst herausfinden, welche Probleme auf der Station bestehen. Sie quartiert sich im Untergarten ein, einem Ort, der durch die Stations-KI nicht überwacht wird. Auf der Station findet sie Beunruhigendes – eine Übersetzerin der Presger, des einzigen Volkes, vor dem sich die Radchai fürchten, Zeichen für eine Unzufriedenheit in den Untergärten und den Teeplantagen und ein Flottenschiff, dessen Kapitänin sie nicht traut. Sie hat auch Persönliches zu erledigen auf Athoek. Die Schwester der Leutnantin, die sie auf Befehl der Herrscherin töten musste, lebt auf der Station. Breq will Wiedergutmachung leisten.
Einige Probleme kann Breq lösen. Sie deckt ein Verbrechen auf und sorgt für die Bestrafung der Schuldigen. Andere Fragen bleiben vorerst unbeantwortet.

Kommentar
Dieser zweite Band der Trilogie ist stark von Breq bestimmt. Ihre Persönlichkeit ist stark geprägt davon, dass sie einst eine Schiffs-KI war und ihr viele Hilfseinheiten – Menschen, die zu Soldatinnen „umprogrammiert“ und an die KI angeschlossen wurden – als Augen, Ohren, Hände und Stimmen zur Verfügung standen. Nun ist sie nur noch eine dieser Hilfseinheiten. Sie wurde von der Herrin der Radch in deren Haus adoptiert und mit einer Aufgabe versehen, die sie nicht ablehnen konnte.

Manches Mal kann man die große Einsamkeit sehen, unter der Breq leidet. Die militärische Disziplin, die ihr auferlegte Verantwortung und das fast feudale, streng hierarchische Gesellschaftssystem der Radchai sind wie ein Mantel, der diese Einsamkeit verdeckt. Sie weiß, was sie einmal hatte und was sie verlor, so dass sie immer wieder versucht, anderen Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen, sei es auch gegenüber den mächtigen Familien auf Athoek.

Die Menschlichkeit von Hilfseinheiten und die Nützlichkeit von Sklavinnen wird immer wieder in Frage gestellt. Breq bewahrt eine Hilfseinheit vor der „Entsorgung“ und versucht, den Sklavinnen auf den Teeplantagen zu ihrem Recht zu verhelfen. Was macht einen Menschen aus? Diese Frage wird auf unterschiedliche Weise gestellt, gerade von Breq gestellt, die auf der Suche nach sich selbst ist.

Wie schon im ersten Band wird mit ganz wenigen Ausnahmen konsequent die weibliche Form benutzt. Alle Personen sind Bürgerinnen, Soldatinnen, Gouverneurinnen usw.. Nichts, was geschieht, lässt sich auf einen Unterschied im Geschlecht einer der beteiligten Personen zurückführen. Die Soldatinnen der Besatzung ihres Schiffes werden ausschließlich mit dem Namen ihrer Einheit und einer folgenden Nummer angesprochen. Alle Personen sprechen sich förmlich mit „Sie“ und mit ihrer Funktion bzw. ihrem Rang statt mit dem Namen an.

Die Gesellschaft der Radchai ist starr, sie scheint in Etikette zu ertrinken. Theoretisch können alle Bürgerinnen eine Tauglichkeitsprüfung ablegen und werden dann je nach Ergebnis ausgebildet und eingesetzt. Praktisch bestimmen Herkunft und Beziehungen Laufbahn und Stellung in der Gesellschaft. Alles ist von den Grundsätzen der Gerechtigkeit, Gebührlichkeit und Nützlichkeit bestimmt. Annektierten Völkern wird die Zivilisation der Radchai schnell übergestülpt, Renitenten droht die Umerziehung.

Am Ende der Geschichte gibt es keinen großen Cliffhänger. Trotzdem baut sich Spannung auf. Das Athoek-System wird von mehreren Seiten bedroht. Da ist Anaander Mianaai, die möglicherweise bald kommen wird. Allerdings ist unklar, welcher Teil von ihr das sein wird. Auch die Presger, mit denen ein Waffenstillstand besteht, sind mögliche Gegner und schließlich ist da noch ein altes Schiff der schon lange besiegten Notai hinter dem Geistertor.

Fazit
Dieses Buch ist fast so gut wie der erste Band. Nach wie vor gefällt mir die Beschreibung der Gesellschaft der Radchai außerordentlich gut. Breq ist eine Protagonistin, für die ich viel Sympathie empfinde. Die Geschichte selbst hätte ein wenig mehr Spannung vertragen können. Ich bin sehr gespannt auf den dritten Band. Ich hoffe auf die endgültige Auseinandersetzung zwischen Breq und Anaander Mianaai.
 
 
 


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