Markus Heitz
Die Villa
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»Die Villa« von Markus Heitz
Tick... Tack... Tick... Tack... Tick!
Doreen kann es nicht glauben! Seit Kindesbeinen wünscht sie sich die Villa und jetzt konnte sie diese für sage und schreibe 100 Euro ersteigern! Und unfassbarer Glücksfall! Denn Glück kann die alleinerziehende Mutter mehr als alles andere gebrauchen!
Schon während der Renovierung wird deutlich, dass die Villa bereit ist, ihren Besitzern Wünsche zu erfüllen und sie zu schützen. Doch der Preis ist hoch. Sehr hoch!
Das Cover zeigt eine alte, bereits in die Jahre gekommene Villa. Sie wirkt in sich schief, das Holz vermodert und die von innen leuchtenden Fenster blicken den Betrachter bösartig an. Vor allem, da die mittleren Fenster am Rand die Fensterstürze wie hochgezogene Augenbrauen wirken; böse, lauernd.
Oder wie Doreen sagen würde: Ein Gesicht, das nur eine Mutter lieben kann.
Ich finde es sehr passend zum Inhalt des Buches, auch wenn ich mir die Villa freundlicher und ansprechender vorgestellt habe. Lockender.
Sobald ich ein Buch von Markus Heitz aufschlage und mit lesen beginne, ist es vorbei. Ich kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen! Ich liebe seinen spannenden, tiefgründigen, gut recherchierten und packenden Schreibstil und bin dem Autor verfallen! Und genau so erging es mir auch mit der Villa! Ihr Sog ergriff mich und ich war nur allzu gerne bereit, mich von ihr verführen zu lassen. Das schier wohlige Knarzen des alten Hauses, dem erneut Liebe und Zuwendung von seinen Besitzerinnen versprochen wurde; der modrige Geruch, der sich durch frische Farbe und Luft vertreiben ließ. Einfach herrlich, bei der Auferstehung, bzw. der Renovierung dabei sein zu dürfen!
Und auch das Glück und die Freude von Doreen und Marina zu erlesen, die mit reiner Freude an dem Haus arbeiten.
Und doch liegt die ganze Zeit eine dunkle Vorahnung über den Geschehnissen. Ein Schauer, der in den dunklen Ecken lauert und eine Bösartigkeit, die kurz vor dem Zuschnappen ist. Ich liebe den Spannungsaufbau! Gerade weil er so subtil vor sich geht und man sich plötzlich im Grauen gefangen sieht und gar nicht so recht weiß, wie das alles passieren konnte. Markus Heitz ist für mich einfach ein Meister der Unvorhersehbarkeit und der überraschenden Wendungen! Und das in so einem beengten Raum! Denn eigentlich sind alle Geschehnisse nur in der Villa. Die kurzen Episoden, die außerhalb spielen, fallen kaum ins Gewicht, auch wenn sie natürlich den Hintergrund er- und aufklären.
Seine Protagonisten sind Markus Heitz wieder wunderbar gelungen . Ich konnte sofort und uneingeschränkt eine Beziehung zu ihnen aufbauen, ihre Handlungen nachvollziehen und mich an ihrer Seite wohlfühlen. Auch wenn der ein oder die andere verblüffend bösartig waren und mich zum Erschauern brachten.
Und doch konnte mich die Villa nicht restlos überzeugen. Der letzte Kick, der das Buch zu einem Horror-Schocker gemacht hätte, fehlte mir. Ich kann es leider nicht genau benennen, denn die blutigen Elemente waren schon ausgereift und die Bösartigkeit richtig, richtig böse! Vielleicht war die Atmosphäre zu locker und zukunftsorientiert und nicht dunkel und verzweifelt genug für mich?
Mein Fazit
Ich fand das Buch sehr spannend, flüssig zu lesen und unheimlich. Der letzte, düstere Kick fehlte mir allerdings.