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Susanne Picard

Goldmond

  • Autor:Susanne Picard
  • Titel: Goldmond
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
  • Datum:20 September 2013
  • Preis:15,00 EUR

 
»Goldmond« von Susanne Picard


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Die Elben herrschen über das Wasser und die Luft. Sie hüten die Wälder und Pflanzen. Sie hassen die Sonne mit ihrer strahlenden Helligkeit und Wärme, sie bevorzugen die Dämmerung und Dunkelheit. Einst leben sie in den dunklen, für Menschen fast undurchdringlichen Wäldern. Diese Zeit liegt schon lange hinter ihnen. Doch die Städte und Häuser die sie bauen, ähneln immer noch ihren geliebten Bäumen. Hoch und filigran, tagsüber das Licht und die Hitze abweisend, des Nachts die Kühle der späten Stunden einfangend. Elben sind kühl, emotionslos, sie beherrschen ihre Gefühle und wirken undurchdringlich und beängstigend auf die Menschen. Sie sind die Gebieter über das Leben und begnadete Heiler. Ihre Farben sind blau, silbern, golden und grün.

Die Menschen gebieten über das Feuer und die Erde. Es gibt viele Schmiede unter ihnen, ebenso wie Hirten, denn sie haben eine Begabung, mit den Tieren zu kommunizieren und sie zu verstehen, was den Elben nicht gegeben ist. Menschen lieben die Sonne und die Wärme. Sie bevorzugen den Tag und erhellen die dunkle Nacht mit Feuer, Licht und Liedern. Die Menschen beherrschen den Tod. Unter ihnen gibt es Seelenmagier, welche die Menschen im Tod ins Jenseits begleiten und zur Göttin führen, damit ihre Seelen Frieden finden.
Die Farben der Menschen sind braun, rot und orange, warme Erdtöne, die im Gegensatz zu der Kühle der Elben stehen. .

Doch die Elben sind der Meinung, dass das Leben über den Tod gebieten sollte. Sie erobern in grausamen Kriegen die Reiche der Menschen und versklaven sie. Sie stehlen ihnen ihre Magie, dadurch werden sie noch mächtiger. Nur ein unabhängiges Reich existiert noch, dass den Elben heftigen Widerstand leistet und das von einem mächtigen Feuermagier regiert wird.

Die Geschichte aus Band eins, Dunkelmond, setzt sich hier nahtlos fort:
Die Geschwister Sinan und Sanara gehen getrennte Wege. Sie, die nie an die Schuld des Vaters glaubte, wendet sich an die Weisen, um ihre Ausbildung zur Feuermagierin und Seelenherrin zu beenden. Er reist nach Solife, der letzten freien Stadt, die sich gegen die Eroberung durch die Elben mit allen Kräften wehrt. Der junge Mann möchte sich am letzten Kampf beteiligen, um die angebliche Schande seiner Familie zu tilgen und ehrenvoll zu sterben. Doch auf ihn wartet ein anders Schicksal, denn ein einst gegebenes Versprechen muss eingelöst werden.

Die Weisen stehen außerhalb der Regeln, sie dienen weder den Lichten noch den Dunklen. Sie allein entscheiden, wem eine Audienz und anschließend eine Ausbildung gewährt wird. Unabhängig voreinander, ohne das Wissen, wo sich der Andere befindet, begeben sich sowohlTalerion als auch Sanara auf den Weg zu den Weisen, um sie um Rat und Hilfe zu bitten. Die Weisen erkennen in beiden Personen, die Magie des jeweils Anderen und dass sowohl die junge Frau als auch der Elb, vom Schicksal dazu bestimmt wurden der Welt den Frieden zu bringen.

Talerion, der ahnt, dass Sanara und Sinan mit den Vorwürfen gegen seinen Bruder Recht haben, erkennt, dass der Krieg aus fadenscheinigen Gründen heraus begonnen wurde. Er wendet sich gegen den König und folgt Sanara. Er akzeptiert nun, dass ihre Schicksale miteinander verwoben sind, denn immer stärker spürt er das Feuer in sich und lernt es zu lieben. Auch Sanara muss erkennen, dass sie ihren Gefühlen gegenüber dem Heerführer nicht entkommen kann. Doch zu viele Geheimnisse liegen noch zwischen dem Elben und der jungen Frau. Ihr Vertrauen zueinander muss wachsen und sie müssen lernen, dass Feuer und Wasser sich durchaus ergänzen können, statt sich zu vernichten.

Während sich Talerion sich auf die Spuren Sanaras begibt, um ihr bei der Aufgabe zu helfen, die Götter wieder zu vereinen, forciert die neue Königin der Elben den Krieg gegen die Menschen. Doch sie stößt auf immer mehr Widerstand in den eigenen Reihen, da sie Magie anwendet, die den Elben verhasst ist. Telarion schleust seine Vertrauten in das Heer, die den Kriegern die Wahrheit über Königin Ireti berichten sollen.

Kommentar:
Harmonie bedeutet Stagnation und Langeweile. Das Chaos wird gebraucht, um die Neugier in die Welt zu bringen. Denn ohne Neugier gibt es keine Entwicklung und keinen Fortschritt. Zerstörung zwingt zu Wiederaufbau und Fortschritt. Die Elben erkennen nicht, dass sie sich mit ihrem Wunsch nach Harmonie und ewigem Frieden, auf einen Pfad begeben, der letztendlich zu Zerstörung führt. Die Welt muss im Gleichgewicht bleiben. So wie sich Wasser und Feuer, Licht und Dunkelheit, Hitze und Kälte immer auch ergänzen, statt sich zu vernichten, braucht die Harmonie das Chaos. Die Verbannung des Chaosgottes Syth führte den Untergang der Menschen herbei. Doch die Menschen sind das Pendant zu den Elben. Einer ist nichts ohne den Anderen, daher erwählen die Götter Mensch und Elb um Getrenntes wieder zu vereinen.

Die Autorin lässt den beiden Hauptfiguren viel Raum. Ihre Ängste, Zweifel und jahrelanges Misstrauen sind nachvollziehbar. Jedem wird ein Helfer zur Seite gestellt. Bei Sanara ist es der Musiker Ronan, der sie unterstützt und ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Talerion wird von seinem Milchbruder Gomaran begleitet, der die Veränderungen seines Fürsten zuerst mit Misstrauen betrachtet.

Das Thema der Geschichte hat auch heute an Brisanz nichts verloren. Toleranz, Verständnis und Respekt werden unterdrückt von Hass, Engstirnigkeit und Ignoranz. Es fällt auch in der Realität schwer, einen Menschen zu akzeptieren, der andere Ansichten und Meinungen vertritt sowie andere Götter anbetet. Verwoben in einer romantischen Liebesgeschichte, hat Susanne Picard somit ein brisantes Thema in ein schönes Gewand gekleidet. Leider flacht die Geschichte zum Ende hin etwas ab.
Im inneren des Covers befindet sich eine ausführliche Karte der Länder, die man als Leser auch braucht, um den Wegen Sinans, Sanaras und Talerions folgen zu können.

Fazit:
Alles in allem eine spannende Geschichte über Freundschaft, Liebe, Treue und Akzeptanz. Ein weiter Weg für alle Beteiligten, der ihnen viele neue Erkenntnisse bringt. Dieses Buch sollte man allerdings nicht lesen ohne den vorherigen Band mit dem Titel Dunkelmond zu kennen, dazu bauen sie zu sehr aufeinander auf.
 
 
 


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