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Steven Erikson

Das Spiel der Götter 4
Die eisige Zeit

  • Autor:Steven Erikson
  • Titel: Die eisige Zeit
  • Serie:Das Spiel der Götter 4
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Datum:21 April 2014
  • Preis:9,99 EUR

 
»Die eisige Zeit« (Das Spiel der Götter 4) von Steven Erikson


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(5.5)

 
 
Die eisige Zeit ist der vierte Band der Serie: Das Spiel der Götter von Steven Erikson. Ein neuer Feind taucht auf und verschlingt Stadt um Stadt. Also muss sich Dujek Einarm mit Darujhistan einigen, um gemeinsam der sogenannten "Pannionischen Domäne" gegenüber zu treten.

Zu ihnen stößt der Kriegsherr Caladan Bruth mit den Resten seiner einst gewaltigen Armee. Ein ungewöhnliches Bündnis, war doch Caladan Bruth bisher der mächtigste Gegner des malazanischen Reiches. Doch nun stellen sie sich gemeinsam dem Feind, den sie nicht kennen und über den sie nichts wissen. Caladan Bruth und Dujek Einarm haben sich über viele Jahre in unzähligen Schlachten gegenüber gestanden. Nun kommt es zu einem bemerkenswerten historischen Bündnis, welches das Gefüge der Welt erschüttern wird.

Zu ihnen stoßen die Tiste Andii und ihr Kommandant Anomander Rake mit der fliegenden Festung Mondbrut, die Rhivi mit ihren Herden, die Ilgres Barghast und viele Söldner, die durch das Einigung der ehemaligen Feinde nun ziellos durch die Gegend streifen. Im vereinten Heer werden neue Positionen eingenommen, man schätzt sich ab und wächst zu einer Einheit zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, die Stadt Capustan vor dem panonischen Heer zu schützen und dem Feind eindrucksvoll Stärke zu demonstrieren und ein Zeichen zu setzen.

In der belagerten Stadt befindet sich eine legendäre Söldnertruppe, die sich die grauen Schwerter nennt. Durch politische Intrigen und auf Grund interner Machtkämpfe zwischen Fürst und Priesterschaft sind sie zur Tatenlosigkeit verdammt. Der schnelle Ben nimmt Kontakt zu ihnen auf, um Angriff und Verteidigung miteinander zu koordinieren. Doch die Reise durch die Gewirre wird immer schwieriger, da diese langsam aber sicher vergiftet werden. Denn nicht nur die Pannionische Domäne ist ein neuer und mächtiger Feind, auch der verkrüppele Gott bereitet sich auf einen Angriff auf die Welt vor. Sein Zorn gegenüber den Göttern und den Menschen ist unermesslich und er plant eine furchtbare und alles vernichtende Rache.

Spieler werden in Position gesetzt, Götter wählen ihre Favoriten, Ursache und Wirkung so mancher Nebenstränge aus vorherigen Bänden werden klarer.

Es dauert ganze 283 Seiten, bis die Verhandlungen abgeschlossen sind und sich die Heere in Bewegung setzen. Doch diese Seiten sind angefüllt mit einer Fülle von Handlungssträngen, die das Schicksal der einzelnen Protagonisten näher beleuchten. Silberfuchs und Paran treffen aufeinander und erkennen sich. Parans Wesen hat sich nach den Ereignissen aus den vorherigen Bänden sehr geändert, ihm wird von den Göttern eine Aufgabe zugeteilt, der er sich nicht gewachsen fühlt. Seine innere Zerrissenheit macht ihn für die Brückenverbrenner menschlicher und sie lernen langsam, ihn als ihren Kommandanten zu akzeptieren.

Toc der Jüngere trifft auf Lady Missgunst, die mit eine Truppe von sehr merkwürdigen Begleitern durch die Gegend zieht. Es scheint, als hätte sie keinen Plan und kein Ziel, doch der Eindruck täuscht. Auch sie wird in dem bevorstehenden Kampf eine wichtige Rolle spielen.

Ein Teil der legendären Brückenverbrenner wird auf eine Mission geschickt. Sie sollen versuchen, die Unterstützung des Weißgesicht Clans der Barghast zu gewinnen. Keine leichte Aufgabe für die chaotische Truppe, denn wenn der Plan fehlschlägt sind sie des Todes.

Kommentar:
Wer alte Bekannte erwartet wird als Leser sicherlich enttäuscht werden. Zwar gibt es Figuren wie Elster, Dujek Einarm, Paran und Anomander Rake, die als roter Faden dienen, doch zu unterschiedlich sind die Erzählstränge und Handlungsorte, um von Band zu Band einen Zusammenhang zu finden. Jeder Band für sich ist einzigartig und der Ideenreichtum des Autors ist bewundernswert. Alle Figuren sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet, sie wirken sehr lebendig und absolut real mit all ihren Träumen, Ängsten und Schwächen. Der schwarze, teilweise böse Humor ist überlebensnotwendig, denn die Brückenverbrenner stehen wieder permanent am Rande des Todes, niemand weiß, ob es ein Morgen geben wird.

Die Landkarten bestechen durch ihre Genauigkeit und geben dem Leser einen Überblick über die faszinierende Welt. Mittlerweile lese ich die Serie zum zweiten Mal. Während man als Leser beim ersten lesen manchmal durch den Detailreichtum etwas überfordert wird, von den Göttern, Gewirren, den vielen Völkern und Ländern, kann er sich beim zweiten Mal ganz dem Genuss hingeben und sich völlig auf die Protagonisten konzentrieren.

Meine Lieblinge sind und bleiben die Brückenverbrenner, doch auch die grauen Söldner wecken das Interesse des Lesers. Sie stehen für einen alten, gefallenen Gott, der das Spielfeld betritt. Die Drachenkarten werden neu gemischt, neue Motive entstehen und leere Positionen werden wieder besetzt. Wir erfahren mehr über die Vergangenheit des schnellen Ben und über die Vorgeschichte von Onos T'oolan, der zusammen mit Lady Missgunst und Toc durch die Einöde zieht.

Fazit:
Für mich ist und bleibt das Spiel der Götter eine der besten Fantasy Serien der letzten Jahre. Sie ist nichts für schlichte Gemüter, da die Geschichte sehr vielschichtig und komplex ist und die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Doch wer sich darauf einlässt wird reich belohnt und betritt eine Welt, die er nie mehr vergessen wird. Alles andere wirkt danach schal und farblos. Fünf Sterne sind noch zu wenig für dieses grandiose Werk.

 
 
 


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