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Mike Resnick

Mallory und die Nacht der Toten

  • Autor:Mike Resnick
  • Titel: Mallory und die Nacht der Toten
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
  • Datum:25 November 2011
  • Preis:EUR 7,99 EUR

 
»Mallory und die Nacht der Toten« von Mike Resnick


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(3)

 
 
Es ist der Abend vor Allerheiligen, All Hallows Eve. John Justin Mallory, Privatdetektiv in einem magischen Manhatten, das nicht in unserer Welt liegt, bemerkt zwei kleine Bisswunden in der bleichen Haut seiner Partnerin Winnifred Carruthers. Mallory befürchtet, dass seine Partnerin von einem Vampir gebissen wurde.

Und tatsächlich. Es stellt sich heraus, dass der Übeltäter ihr eigener Neffe Rupert Newton ist. Aber auch Rupert ist nur ein Opfer. Er wurde auf einer Schiffsreise von dem Vampir Aristoteles Draconis gebissen. Um zu verhindern, dass Draconis den bedauernswerten Rupert noch einmal aufsucht und ihn durch einen weiteren Biss endgültig zu einem Blutsauger macht, möchte Mallory ihn in Sicherheit bringen. Er kann den Tod von Rupert jedoch nicht mehr verhinden. Mallory und Winnifred machen sich nun auf Draconis zu suchen und zur Verantwortung zu ziehen. Im Verlauf dieser Ermittlung lernt Mallory den arbeitslosen Vampir Bats McGuire und den Drachen Nathan Botts kennen, der unter dem Pseudonym Scaly Jim Chandler, mehr oder weniger erfolglos, Detektivgeschichten schreibt. Beide werden bei dieser Suche, nebst der Katzenfrau Felina, Mallorys wichtigste Helfer.

Als die muntere Truppe endlich Draconis aufgespürt hat muss Mallory erkennen, dass der wahre Übeltäter und Mörder von Rupert Newton gar nicht Draconis ist, sondern ein viel mächtigerer und Jahrtausendealter Vampir namens Vlad Drachma, auch bekannt als Vlad Dracule oder auch Graf Dracula.


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Tja, von der Inhaltsbeschreibung und dem Titel her könnte man glatt meinen, dass man mit Mallory und die Nacht der Toten einen reißerischen und spannenden Horrorthriller vor sich liegen hat. Doch weit gefehlt. Das Buch ist weder noch. Wer den ersten Band bereits kennt, weiß natürlich was er da in den Händen hält – einen Klamauk sondergleichen.

Ich muss gestehen, dass mir eine Bewertung des Buches recht schwer fällt. Auf der einen Seite ist es ziemlich lustig und abgedreht, auf der anderen Seite jedoch wird es mit der Zeit auch ziemlich nervig. Das liegt wohl daran, dass Resnick auf jeder Seite gefühlte zehn Kalauer herauszuhauen versucht. Manchmal ist das echter Wortwitz und, wie gesagt, zum brüllen komisch. Manchmal ist es aber auch nur platter Blödsinn über den man noch nicht einmal schmunzeln kann. Oftmals möchte ich einfach mal zum Autoren sagen: “Nein, komm, jetzt mal im Ernst“, oder wie ein Freund von mir immer zu sagen pflegt: „Nach lustig kommt doof.“ Bei dem Geschreibe von Resnick gehen viele lustige Perlen einfach in der Masse der Plattitüden unter. Das ist vermutlich auch der Grund warum das Buch so unglaublich spannungs- und handlungsarm ist. Es wird auch nicht unbedingt klar, warum Vlad Drachma unbedingt bis zum Sonnenaufgang gefunden werden muss. Denn im Gegensatz zum Klappentext hängt das Leben von Mallorys Partnerin nicht davon ab den Vampir zur Strecke zu bringen. Da man Drachmas Stammlokal kennt, könnte man theoretisch auch bis zum Abend des darauffolgenden Tages warten um ihn zu fangen. Freut man sich als Leser vielleicht auf den finalen Kampf von Mallory mit Drachma, so wird es doch nur ein Kampf der Wörter mit einem unspektakulärem Ende. Aber auch das passt wieder zur Story, frei nach dem Motto: „Schön das wir drüber gesprochen haben.“

Während andere Autoren vermutlich ellenlang dieses magische Manhatten in dem Mallory sich nun befindet beschrieben hätten, erfährt man von Resnick nichts, oder nur sehr wenig, darüber. Die Akteure springen permanent von A nach B und weiter nach C, D, E, ... immer auf der Suche nach Vlad Drachma. Von der Stadt selber bekommt man als Leser jedoch nichts weiter vermittelt. Das ist eigentlich schade, denn dieses Manhatten in einer alternativen Welt wäre bestimmt interessant gewesen, besonders solche Ort wie das Vampire State Building.

Die Akteure sind Resnick sehr gut gelungen. Mallory ist ein sympathischer Kerl der immer einen lockeren Spruch auf Lager hat und der sehr stark an Wilson Cole, aus seiner gleichnamigen SF Reihe, angelegt ist. Hinzu kommen der arbeitslose und an Minderwertigkeitskomplexen leidende Vampir Bats McGuire und, der Höhepunkt, der Drache Nathan Botts, welcher nebenberuflich Schriftsteller ist. Dazu noch Mallorys intelligente und sprechende Hauskatze Felina – und fertig ist das eigenartige Quartett.

Das Buch selber besteht, auch das habe ich in dem Umfang noch nicht erlebt, zu gefühlten 80% aus wörtlicher Rede, ist also schwer dialoglastig. Aufgebaut ist es in etwa wie die TV Serie 24. Jedes Kapitel im Buch beinhaltet eine gewisse Zeitspanne in dem die Handlung voranschreitet. Das Buch beginnt im 1. Kapitel um 18:30 Uhr und endet bei Sonnenaufgang, ca. 08:00 Uhr.

Für den Übersetzer ist das Buch vermutlich eine Herausforderung gewesen, gerade weil es mitunter soviel Wortwitz beinhaltet. Dieser lässt sich ja nicht immer 1:1 ins Deutsche übertragen. Der Titel des Buch ist dann mal wieder unter aller Kanone. Zwar nicht unbedingt falsch, denn der All Hallows Eve ist in der Tat ein Abend in dem die Toten, Untoten und die (noch) Lebenden die Nacht zum Tag werden lassen, spielt für die Geschichte aber dennoch nur eine untergeordnete Rolle. Der Originaltitel –Stalking the Vampire- ist da doch wesentlich treffender.

Das Buch selber hat drei witzige Anhänge. Im ersten Anhang referiert Winnifred Carruthers vor Publikum über die beste Art einen Vampir zu erlegen, im zweiten philosophiert Professor Seldon Hari (möglicherweise eine Anspielung auf Hari Seldon in Isaac Asimovs Foundation Trilgie?) über den Vampirmythos. Im dritten, dem besten Anhang, können wir einen Auszug aus dem neuesten Werk von Scaly Jim Chandler –Stalking the Vampire- bewundern. Ich muss gestehen, dass dieser Auszug erheblich interessanter ist, als das Buch von Resnick.

Im Bastei Verlag ist für 2012 bereits der dritte Mallory Band, Mallory und der Taschendrache, angekündigt.
 
 
 


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