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Mike Resnick

Mallory und der Taschendrache

  • Autor:Mike Resnick
  • Titel: Mallory und der Taschendrache
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
  • Datum:20 Juli 2012
  • Preis:8,99 EUR

 
»Mallory und der Taschendrache« von Mike Resnick


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(3)

 
 
Kurz bevor Detektiv John Justin Mallory seine Geschäftspartnerin Winnifred Carruthers am Valentinstag zum Essen ausführen kann, schneit der Drachenfarmbesitzer Buffalo Bill Brody in sein Büro. Ihm ist sein Taschendrache Flauschie, dem, wenn man den Zeitungen glauben darf, aussichtsreichsten Anwärter auf den ersten Preis für die einen Tag später stattfindende Ausstellung, entführt worden. Für Mallory liegt die Vermutung nahe, dass sich der zweit-aussichtsreichste Anwärter auf den ersten Platz, sich so eines unliebsamen Konkurrenten entledigen will. Zusammen mit Winnifred, dem Katzenmädchen Felina, dem Gremlin Jeeves (Flauschies persönlichem Wärter) und dem Goblin Tschu En-lai Smith (Meister zahlreicher Kampfsportarten und der verstörend spitzen Bemerkungen) macht sich Mallory im immer noch magischen Manhatten auf die Suche nach dem elf Zoll großen Taschendrachen. Und der kann wo überall stecken.

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Mit Mallory und der Taschendrache (Originaltitel Stalking the Dragon) erfolgt der vermeintlich dritte Anschlag auf die Lachmuskeln der Leser. Aber auch wie in den beiden Vorgängerbüchern bleibt mir als Leser irgendwann dann doch das Lachen wieder mal im Halse stecken. Zu abgedroschen sind manche Gags, zu bemüht der Versuch witzig zu sein. Die literarische Sitcom, bei der ich immer glaube die eingespielten Lacher im Hintergrund zu hören, entpuppt sich an zu vielen Stellen als Rohrkrepierer. Während eine gute Sitcom jedoch, neben einer schnellen Abfolge und Aneinanderreihung von Sketchen, Pointen und komischen Situationen, noch durch eine dramaturgisch sinnvolle Handlung besticht, ist der vorliegende Plot mehr als dünn. Denn ob Mallory nun einen Taschendrachen, die Uhr seiner Oma oder einen guten Pizzabäcker sucht, ist eigentlich völlig egal. Wichtig ist nur, dass er irgendetwas oder irgendjemanden sucht.


So verwundert es auch nicht, dass auf den ersten paar hundert Seiten nicht wirklich etwas passiert. Resnick nutzt einfach nur die Gelegenheit, dem Leser auf der schon fast sinnlosen Suche durch Manhatten jede Menge neuer Orte und Charaktere vorzustellen. Und dabei werden einige recht skurrile und liebenswerter Gestalten auf den Leser losgelassen. Eine davon ist das sprechende und in Mallory verliebte Handy Belle. Das anzügliche Telefon läßt jede Menge Humor aufkommen und ist wirklich ein toller Einfall gewesen. Zu jedem passenden und unpassenden Augenblick muss es dem Detektiv seine (ihre) Liebe gestehen und ist auf vermeintliche Konkurrentinnen nicht gut zu sprechen. Auch die Entlarvung und Überführung des wahren Täters ist gelungen. Zumindest hier bietet Resnick eine kleine Überraschung, denn damit habe ich in der Tat nicht gerechnet. Allerdings ist das weitere Pulver dann wieder recht schnell verschossen. Immer dann wenn Mallory nicht mehr weiter weiß, wird mal eben der mächtige Dämon Grundy um Rat gefragt. Dieser muss Mallory einfach nur daran erinnern, dass er ihm nicht helfen kann/will/darf, Mallory jedoch alle wichtigen Erkenntnisse bereits vorliegen hat um selbst die Lösung zu finden. Und schwupps, siehe da, schüttelt unser Held sofort, oder ein paar Seiten später, die Antwort mal eben so aus dem Ärmel.


Aufgebaut ist das Buch wie seine Vorgänger, soll heißen, dass jedes Kapitel wieder eine bestimmte Zeitspanne (in der Regel 30 Minuten bis 1 Stunde) von Mallorys Suche abhandelt. Ferner gibt es sechs Anhänge zum Buch. So kann der Leser etwas über die fünf Tode von Dead End Dugan, oder den spektakulärsten Fällen von Percy Pfennigfuchs (beides Charaktere aus dem Buch), dem Vorgehen beim Backen von elefantenförmigen Schokoladen-Marshmallowplätzchen, einer Ode von Belle an John Justin oder einfach nur wissenswertes über Drachen erfahren. Das liest sich in der Regel recht nett und ist auch so ganz in Ordnung. Inhaltlich besteht der vorliegende Band wieder hauptsächlich aus wörtlicher Rede, sprich Dialogen. Manchem Leser mag das gefallen, ich persönlich hätte jedoch lieber eine Portion weniger davon und dafür ein bisschen mehr Handlung. Zu viel von dem was geredet wurde kann man auch in den vorherigen Bänden finden. Das macht die Geschichte in vielen Punkten vorhersehbar, wie etwa das immer wiederkehrende Geplänkel mit der immer hungrigen Felina oder die Diskussionen mit den, hinter jeder Ecke lauernden und verkaufswütigen, Goblins. Der Ablauf ist immer der gleiche und nach nun schon drei Büchern kann man ihn auch auswendig runterleiern, da ändert sich einfach nix.

Bleibt noch die Frage, warum ich dennoch alle Mallory Bücher gelesen habe und, sollte es noch viele weitere mehr geben, auch noch lesen werde. Einmal weil ich Mike Resnick als Autoren mag und schätze und zum anderen ist dann doch immer wieder genug Witz und Charme in seiner Mallory Reihe zu finden das es dann doch irgendwie wieder lustig und abgedreht ist. Man muss halt nur danach suchen.

Hoffentlich nicht allzulange suchen muss man in Deutschland nach dem vierten Band der Mallory Reihe Stalking the Zombie. Das ist dann das nächste Abenteuer das auf den Leser losgelassen wird. Für den außerordentlichen Vielschreiber Mike Resnick vermutlich eine seiner leichtesten Übungen. Als Leser wünsche ich mir einen etwas durchdachteren und zur Abwechslung auch mal einen etwas spannenderen Plot, mit neuen Einfällen und Ideen. Jedoch, nun ja, irgendwie glaube ich aber nicht daran.
 
 
 


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