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Markus Heitz

Des Teufels Gebetbuch: Roman


 
»Des Teufels Gebetbuch: Roman« von Markus Heitz


Besprochen von:
 
Lanara
Deine Wertung:
(5)

 
 
Ein mysteriöses Kartenspiel stellt das fast schon beschauliche Leben von Tadeus Boch auf den Kopf. Als Security-Mitarbeiter in einem Baden-Badener Kasino versucht er, seine Spielsucht in den Griff zu bekommen. Eines Abends allerdings wird seine Enthaltsamkeit auf die Probe gestellt. Er wird in ein illegales Kasino eingeladen zu einem Spiel auf Leben und Tod: Superieur. In letzter Minute entkommt er dem Tod und kann – in seinem Besitz eine uralte Spielkarte – fliehen. Doch hinter dieser und anderen Karten dieses Decks sind einige Parteien her – und verlieren ihr Leben während der Suche. Was hat es mit diesem Kartendeck auf sich, das die Menschen so in seinen Bann zieht? Lange versucht Tadeus sich einzureden, dass er nur diesem Geheimnis auf den Grund kommen möchte – dass er schon längst besessen ist von dem Spiel, mag er sich nicht eingestehen.

Schnell wird der Leser in das Geschehen hineingezogen, denn schon auf den ersten Seiten zeichnet sich die Spannung ab. Die Story an sich hat mehrere Erzählstränge. Ein Teil des Geschehens spielt in unserer heutigen Zeit und man begleitet Tadeus auf seiner abenteuerlichen und gefährlichen Reise auf der Jagd nach den Karten. Zum anderen wird die Geschichte durch Rückblicke ins Leipzig des 18. Jahrhunderts unterbrochen. Hier erfährt vom Leben des Bastian Kirchner, der das Kartendeck heimlich und als Auftragsarbeit erschuf. Beide Geschichten sind stimmig miteinander verknüpft, so dass man Stück für Stück mehr Hintergrundwissen erhält und das Jagdfieber der Spieler, die diese Karten unbedingt in ihren Besitz bringen wollen, nachempfinden kann.

Von den handelnden Personen sind meines Erachtens die wichtigsten Tadeus Boch und Hyun Poe, deren Verlobter bei einem Superieur-Spiel ums Leben kam und die sich deswegen auf einem Rachefeldzug befindet. Auch Bastian Kirchner und seine Frau sind wichtige Charaktere für die Handlung. Alle anderen haben entweder mehr oder weniger Nebenrollen oder sterben ziemlich schnell. Trotzdem haben sie all ihren passenden und wichtigen Platz in der Geschichte. Spannend auch, dass Johann Wolfgang Goethe ein Bestandteil der Handlung ist.

Begeistert hat mich auch Heitz‘ sprachliche Vielfalt. Die klare und schnörkellose Schreibweise in den Parts der heutigen Zeit ist dem Leser ja schon bekannt. Aber auch für die Handlungsstränge im alten Leipzig hat er Dialoge und Beschreibungen auf die damals genutzte Sprechweise angepasst.

Zur toll erzählten Geschichte gesellt sich eine umfangreiche Recherche zur Geschichte des Kartenspielt und zur Produktion der Karten bis hin zu Informationen zu Schamanismus und Voodoo. Nicht zu vergessen die genaue Spielanleitung für die Leser, die auch einmal Superieur ausprobieren möchten. Zum Cover, das ein ziemlicher Hingucker ist, muss ich gar nichts mehr sagen.
 


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