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Marie Lu

Legend 3
Berstende Sterne

  • Autor:Marie Lu
  • Titel: Berstende Sterne
  • Serie:Legend 3
  • Genre:SF
  • Einband:Hardcover
  • Verlag:Loewe
  • Datum:21 Juli 2014
  • Preis:17,95 EUR

 
»Berstende Sterne« (Legend 3) von Marie Lu


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Der zarte Frieden mit den Kolonien wird durch den Ausbruch einer gefährlichen Seuche erschüttert. Schnell wird klar, dass nur Days Bruder Eden das Heilmittel in sich trägt. Doch Day weigert sich vehement, seinen Bruder für weitere Experimente der Republik zur Verfügung zu stellen. Doch dann bricht erneut Krieg zwischen den beiden verfeindeten Lagern aus. Während die Kolonien Verbündete finden, steht die Republik alleine da.
Und dann ist da noch Days unaufhaltsame Krankheit. Mit jedem Tag, jeder Stunde, jede Minute die vergeht, kommt der Tod ein Stückchen näher.

Das Cover ist lila, der Titel und ein Flammenmehr sind in Gold mittig abgebildet. Es ist schlicht, sagt aber dadurch mehr als tausend Worte. Auf mich wirkt es dunkler und das Feuer symbolisiert Zerstörung, aber auch Reinigung. Es passt sich hervorragend an die vorhergehenden Bände an; sie gehören zusammen und bilden eine Einheit.

Ich liebe Marie Lus Serie um den kämpferischen Helden Day! Und doch las ich dieses Buch mit viel Wehmut im Herzen, da es der letzte Band der Trilogie ist. Anfangs ging ich eher zögerlich an das Buch heran, um lange etwas davon zu haben und das unvermeidliche Ende heraus zu zögern, aber dies war einfach falsch. Trotz Marie Lus interessantem Schreibstil kam ich nur schwer wieder in die Geschichte rein und die wenigen Rückblicke halfen da nicht gerade. So ließ ich mich einfach treiben, verschlang eine Seite nach der nächsten und bald brodelte die alte Leidenschaft wieder in mir.
Die Autorin umfing mich mit ihren einfühlsamen Worten und hüllte mich in ihnen wie in einer Decke ein. Als ihr dies gelungen war, zog sie das Tempo gekonnt an und steigerte es von Kapitel zu Kapitel. Voller Spannung rätselte ich, wie sich wer entscheiden und welche Handlungen als nächstes folgen würden, doch meist lag ich weit daneben und Lu überraschte mich mit unvorhersehbare n Wendungen. Besonders fasziniert hat mich, dass es ihr mal wieder gelungen ist, dem Buch Leben einzuhauchen. Sie schildert die Städte und das Leben in der Republik sehr anschaulich und ich konnte mich problemlos dorthin versetzen. Die Freude konnte ich spüren, die die Menschen ergriff, als der neue Elektor Anden seine Versprechung in die Tat umsetze und endlich, endlich den Klammergriff der Diktatur löste und Freiheit eine Chance bekam. Natürlich war ich auch ungeduldig, da die anfänglichen Schritte zu zögerlich waren, aber ein Land kann man eben nicht von heute auf morgen komplett umstrukturieren.
Als wieder der Krieg zwischen den beiden verfeindeten Lagern ausbricht, die eigentlich doch eine Nation darstellen sollten, brach mir schier das Herz. Die Gewalt, der Hass und die Gier, die die Mächtigen dazu antrieb, fand ich einfach schrecklich. Das Gefühl der Hilflosigkeit überrollte mich, aber Marie Lu ließ mich nicht los. Wie auch die Menschen im Buch, konnte ich einen Schimmer der Hoffnung mehr erahnen, als wirklich erkennen, aber da war er.
Überraschend fand ich, dass ich endlich auch einen Einblick in die restliche Welt erhielt. Die Antarktis, die Vereinten Nationen, kurz, es gibt außerhalb der Republik noch Leben. Meine gedanklichen losen Fänden konnten sich endlich verknüpfen und den Kreis schließen.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen Daniel Altan Wing, genannt Day und June Iparis. Ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse werden stets in der Ich-Form geschildert. Zu Beginn ungewohnt, fand ich mich sehr schnell damit zurecht und kam so gut wie nie ins Schleudern, mit wem ich mich gerade unterwegs befand. Eine wirklich außerordentlich e Leistung der Autorin! Natürlich liegt das eindeutig daran, dass sie ihr Herzblut in diese beiden Charaktere gelegt hat, was aus jeder Zeile deutlich hervorsticht.
Days Leben hat sich dahingehend verändert, dass er nicht mehr kämpft. Sein Lebenssinn ist einzig auf seinen kleinen Bruder Eden gerichtet, der zuvor von der Republik als menschliche Versuchsperson für Krankheiten missbraucht wurde. Mir Argusaugen wacht er über ihn und sieht förmlich rot, als plötzlich eine weitere Seuche ausbricht und Eden angeblich das Heilmittel in sich trägt. Viel Zeit zur Ruhe hatte Day nicht und schon wird er wieder in einen Krieg hineingerissen. Day ist unglaublich stark, zielorientiert und mutig bis zur Selbstaufgabe. Sein einziger wunder Punkt: Die Liebe. Aber gerade dies macht ihn für mich greifbarer, als ein Held sonst sein könnte. Ohne Probleme konnte ich eine enge Verbindung mit ihm aufbauen, mit ihm lachen, weinen und kämpfen.
An seiner Seite ist June Iparis. Seit einem Jahr haben sich die beiden nicht mehr gesehen, da June als Priceps-Anwärte rin permanent an der Seite des neuen Elektors befindet und sie Day seine Ruhe zur Genesung geben wollte. Doch dann sehen sie sich wieder und die Liebe und die Verbundenheit sind auf einen Schlag wieder da. Die Gefühle, die beide füreinander empfinden, sind einzigartig und einfach wunderschön. Feinfühlig schildert Lu dies, so dass es mir ans Herz ging.
Spannend ist, dass beide über ihren Reifeprozess nun hinaus sind und sich einfach blind ergänzen. Sie wissen stets, was der andere denkt, wie er handeln wird und doch erkunden sie sich jeden Tag aufs Neue.

Mein Fazit

Der Kreis schließt sich und mir tut es weh, diese wundervollen Charaktere ziehen zu lassen!

Danke Marie Lu für dieses Leseerlebnis!
 
 
 


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