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Marcel Theroux

Weit im Norden

  • Autor:Marcel Theroux
  • Titel: Weit im Norden
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:08 August 2011
  • Preis:EUR 14,00 EUR

 
»Weit im Norden« von Marcel Theroux


Besprochen von:
 
killerbiene75
Deine Wertung:
(4)

 
 
Durch einen Klimawandel hat sich die Erde sehr verändert. Die Menschen finden keine Nahrung mehr und versuchen die Flucht in den Norden – nach Sibirien. Doch bevor sie dort ankommen sind schon viele von ihnen auf den Weg dorthin verhungert. Die Katastrophe haben nur wenige überlebt. Makepeace Hatfield ist eine der wenigen, die überlebt haben. Sie lebt alleine in einer größeren Siedlung, als eines Tages eine Frau halb verhungert in der Siedlung auftaucht. Ihr Leben verändert sich sehr und sie fasst wieder Mut, dass es noch mehr Menschen überlebt haben könnten…

Autor
Marcel Theroux wurde 1968 in Uganda geboren und lebt heute mit seiner Frau in London. Er studierte Internationale Beziehungen und ist Schriftsteller und Fernsehjournalist. Viele seine Reportagen handeln vom Klimawandel und den Ländern des fernen Ostens.

Buch
Das Cover ist sehr schön gestaltet und zeigt eine lange endlos erscheinende Straße, die die Einsamkeit der Welt wiederspiegelt, in der Makepeace neue Hoffnung schöpft. Das Buch ist endlich mal ein abgeschlossener Roman und ich habe noch keinen Hinweis auf Nachfolgebände gefunden.

Wertung
Der Erzählstil erinnert ein wenig an „Die Straße“. Die Geschichte lebt von den Erzählungen einer einzigen Person – Makepeace. Dadurch erhält die Dystopie etwas endgültiges und die Einsamkeit der Protagonistin wird noch mehr hervorgehoben. Es gibt kaum wörtliche Rede und das hat mich zu Anfang etwas gestört. Im Laufe der Seiten jedoch gewöhnt man sich an diesen Erzählstil und weiß ihn zu schätzen. Der Leser begleitet Makepeace durch eine ausgestorbene Welt und sieht die Dinge durch Ihre Augen.

Die Charaktere bleiben wie in einer Erzählung eher unscheinbar, da nie über die Beweggründe der anderen Menschen gesprochen wird. Das ganze Buch ist eine schlichte Erzählung der Dinge, die Makepeace erzählt und man fühlt sich dadurch noch mehr mit ihr verbunden. Es werden nur Vermutungen angestellt, warum ein Mensch etwas Bestimmtes getan hat und wie er sich dabei fühlt. Das Ganze ist wie ein Tagebuch aufgebaut, wie eine Hinterlassenschaft an einen anderen Menschen.

Der Roman beginnt erst Jahre nach der Katastrophe und der Leser erfährt nur in kleinen Details was passiert ist. Die Geschichte kommt ganz ohne grausame Szenen oder Zombis aus. Die Menschen, auf die Makepeace trifft werden teilweise als gierig, brutal, aber auch liebenswert und hilfsbereit dargestellt. Und das Bestreben nach dem verlorenen Wissen macht viele von Ihnen rücksichtslos und Sie opfern andere Menschen um an das verlorene Wissen zu gelangen. Eben ein sehr menschliches Verhalten.

Einen Pluspunkt erhält das Buch schon alleine dadurch, dass die Handlungen in Sibirien spielen und nicht wie viele andere Bücher in Amerika. Diesmal waren die Amerikaner nicht die Retter der Welt.

An einigen Stellen lebt die Vergangenheit wieder auf und man erfährt kleine alltägliche Details aus dem Leben andere Menschen, die schon lange gestorben sind. Die Menschen reden kaum über die Vergangenheit, schöpfen aber in solchen Momenten neue Kraft und Mut aus den Erinnerungen der Verstorbenen. Makepeace sieht in vielem noch etwas Positives und beweist sehr viel Mut, als sie sich in die Welt aufmacht um andere Überlebende zu finden. An einigen Stellen strauchelt sie, rappelt sich aber immer wieder auf. Die Protagonistin wurde durch einen Überfall entstellt und ist keine Schönheit mehr, aber durch den Verlust so vieler Menschen ist das eher unwichtig geworden.

Fazit
Eine ausgereifte Geschichte, die ganz ohne detailreiche Brutalität oder Zombis auskommt und durch den Erzählstil die Einsamkeit der einzelnen Menschen gut umschreibt. Der Autor hat eine Dystopie erschaffen, die den Leser zum Nachdenken bringt und ihn lange nicht mehr los lässt.

 
 
 


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