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Julian Fröhlich

Gut und Böse: ausgegrenzt

  • Autor:Julian Fröhlich
  • Titel: Gut und Böse: ausgegrenzt
  • Serie:
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:VA - Verlag Aretz
  • Datum:16 November 2016
  • Preis:13,95 EUR

 
»Gut und Böse: ausgegrenzt« von Julian Fröhlich


Besprochen von:
 
Elohym78
Deine Wertung:
(4)

 
 
Die Europäische Union gibt es nicht mehr. Sie wurde durch die NEO, die Neue Europäische Organisation ersetzt, die sich um ganz Europa spannt. Der Rat der NEO hat es sich zum Ziel gesetzt, Gewalt und Kriminalität auszurotten. Dafür wurde ein Verfahren entwickelt, welches die Menschen und ihre innere Einstellung testet. Wer den Test nicht besteht, wird abgeschoben. Doch auch solche Tests können manipuliert werden und wer den Oberen nicht passt, muss gehen.
Plötzlich gerät der nationaltreue Soldat Samuel Sanders ins Visier des Rates, da er den Tod seines besten Freundes Ben näher untersuchen möchte und dabei dem Schwerverbrecher Xavier Martello gefährlich nahe kommt. Samuel glaubt tief an die Gut-Idee der NEO und ist überrascht, wie es hinter den Kulissen aussieht.


Das Cover zeigt eine einzelne Rose, deren Kopf in Flammen steht. Ein besseres und ausdrucksstärkeres Bild hätte ich mir für das Buch nicht wünschen können! Auf der einen Seite symbolisiert die Rose das Schöne, die Reinheit und die Liebe; Und auf der anderen Seite steht das Feuer für Gewalt und Vernichtung. Somit wird genau das wieder gespiegelt, was dem Inhalt des Buches zu eigen ist.


Julian Fröhlich hat mich mit seinem Buch immer wieder überrascht! Nach des Genusses der Leseprobe dachte ich an einen Mix aus Horror und Scifi, angepriesen wird das Buch als Dystopie und während des Lesens schwankte er zwischen Jugendroman, Abenteuer und Thriller. Selten habe ich ein Buch gelesen, welches dermaßige Sprünge beinhaltete und mich gleichzeitig so gut unterhielt, da diese mitunter schnellen Wechsel perfekt zu der jeweiligen Situation passten. Voller Spannung ob des Geschehens und mit Neugierde, wie sich alles weiter entwickelt, verschlang ich eine Seite nach der nächsten. Gerne rasen meine Gedanken in die Zukunft und spinnen einen eigenen Faden, aber dieser wurde stets von Fröhlich zerrissen, da sich die Handlung in eine ganz andere Richtung entwickelte, als ich gedacht hatte. Das kann natürlich auch daran gelegen haben, dass die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt wurde und dadurch häufige Wechsel der Personen und der Örtlichkeiten das Geschehen zusätzlich anheizten.
Im Mittelpunkt steht die NEO, die Neue Europäische Organisation. Der Grundgedanke ist, dass die Welt besser, schöner und sicherer werden soll. Dies soll unter zur Hilfenahme eines Mauerbaus sein. Hinter dieser Mauer, die rein elektronisch funktioniert, werden all diese Menschen ausgesondert, die zu Gewalt neigen. Selbst vor Kindern und Alten wird nicht Halt gemacht. Zukunftsmusik? Nein, wohl eher Vergangenheit, denn dass sich ein Mauerbauer nicht dazu eignen, Sicherheit zu gewährleisten, hat die Geschichte schon hundertfach bewiesen, egal für wie toll die jeweiligen Herrschenden dies verkauft haben. Und gleichzeitig aktuell wie nie, auch wenn dem Autor dieser Blick in die Zukunft wohl nicht möglich gewesen war und nur auf einen, wenn auch passenden, Zufall beruht (Mexiko).
Die NEO scheint eine herrschende und beherrschende Macht zu sein, die ihre Bewohner schützt und gleichzeitig unterdrückt. Kriminalität sollte eigentlich nicht möglich sein, denn die Bewohner werden kontrolliert mit speziell entwickelten Verfahren. Nur die Regierenden nicht, die von dem Test befreit sind. Diese Willkür stellt Fröhlich in den Vordergrund und zwar so realistisch und eindringlich, dass ich ihm jedes Wort glaubte und mir vorkam, als würde ich einen Blick in die Zukunft werfen. Eine Zukunft, die mir Angst macht gerade weil es so realistisch ist.


Mitten in diesen geordneten Wirren, befindet sich der Soldat Samuel Sanders. Er ist stolz seinem Land und der NEO dienen zu können und befolgt seine Befehle. Er achtet seine Vorgesetzten und stellt ihre Entscheidungen nicht in Frage. Selbst als die Unruhen im Land beginnen, weckt dies noch keinen Zweifel. Doch ein Samenkorn ist gesät und diese Saat beginnt zu keimen; Erst unterbewusst, dann ganz offen. Diese Wandlung fand ich spannend zu beobachten. Vor allem, weil Samuel sich selber immer und unbedingt treu bleibt. Ein starker Charakter, der dem Autor authentisch und wunderbar gelungen ist.
Aber auch seinen Gegenpart, den Schwerverbrecher Xavier Martello, fand ich grandios gelungen. Die innere Bösartigkeit erschreckte und faszinierte mich gleichermaßen. Dort wo bei Samuel das Gute ist, sprießt in Xavier das Böse. Ich finde, dass diese beiden Charaktere das Buch mit tragen und die Handlung unterstreichen.


Mein Fazit

Ein wirklich packendes Buch und ich freue mich darauf, noch mehr von Julian Fröhlich zu lesen!
 
 
 


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