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Julia Karr

The Sign 1
Nur zu deiner Sicherheit

  • Autor:Julia Karr
  • Titel: Nur zu deiner Sicherheit
  • Serie:The Sign 1
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:cbt
  • Datum:12 Dezember 2011
  • Preis:8,99 EUR

 
»Nur zu deiner Sicherheit« (The Sign 1) von Julia Karr


Besprochen von:
 
Nazena
Deine Wertung:
(4)

 
 
Einige Jahre in der Zukunft in Nordamerika: Nina Oberon fürchtet sich vor ihrem 16. Geburtstag, während es ihre Freundin kaum erwarten kann. Den mit 16 (Jungs mit 18) bekommen sie ein Tattoo auf ihr Handgelenk, was sie legalisiert Sex zu haben. Es wird sogar regelrecht erwartet. Außerdem können sie sich dann für das WeLS-Programm bewerben, um aus ihrem niedrigen Rang (Rang 2) aufzusteigen. Der einzig andere Weg ist es, einen Jungen aus einem höheren Rang zu heiraten.
Ninas Familie ist arm und sie leiden unter dem brutalen Freund ihrer Mutter. Eines Tages lernt sie im Park Sal kennen und verguckt sich in ihn, obwohl sie sich eigentlich nicht mit Jungen einlassen möchte. Dann erreicht sie eine Hiobsbotschaft: ihre Mutter wurde Opfer eines brutalen Überfalls. Nina und ihre kleine Schwester ziehen zu ihren Großeltern. Nach und nach wird klar, dass ihre Mutter in den Widerstand verwickelt ist. Ist Ninas totgeglaubter Vater noch am Leben? Ist Sal ein Widerstandskämpfer und kann sie ihm trauen? Wieviel darf sie ihrer flatterhaften besten Freundin anvertrauen? Nina will Antworten und bringt sich selbst in große Gefahr...


Die Autorin
Julia Karr ist eine US-amerikanische Autorin. Bislang hat sie zwei Romane veröffentlicht: XVI (deutsch The Sign- Nur zu deiner Sicherheit) und die Fortsetzung Truth. Sie hat zwei Töchter, schreibt schon ihr ganzes Leben lang und liebt die Stadt Chicago. Young-Adult ist ihr Lieblingsgenre. Ihre beiden Romane spielen in einer dystopischen Zunft Nordamerikas in Chicago; sie schreibt allerdings auch (noch nicht veröffentlichte) Fantasy.
The Sign (XVI) war ihr Debüt. Die Serie ist als Trilogie ausgerichtet.


Rezension
Die Grundidee des Romans fand ich interessant. Sex wird erst ab einem gewissen Alter legal, praktisch aber als Waffe eingesetzt: die Teenager werden einer regelrechten Gehirnwäsche unterzogen und sollen kritiklos alles konsumieren, was die Medien ihnen vorgaukeln. Leute aus höheren Rängen, zB Sportler haben mehr Rechte: so dürfen sie gefahrlos vergewaltigen und soziale Randgruppen verprügeln oder sogar totschlagen.
Zu jeder Zeit wird jeder mit Werbung bombardiert, so dass man keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Dank eines Peilsenders kann jeder unter 16jährige und auch viele Erwachsene ständig überwacht werden.
Natürlich spielt das Alter 16 eine wichtige Rolle, aber mich störte es schon ein bisschen, dass das Wort Sex-Teen praktisch 3mal auf jeder Seite vorkam und die ganze Problematik um das Tattoo immer und immer wieder erklärt wurde. Spätestens nach dem dritten Mal hat man es kapiert und braucht nicht noch eine Wiederholung.
Die Widerstandsbewegung war ziemlich konfus und fühlte sich für mich schlecht organisiert an. Einige Sachen waren nicht ausreichend durchdacht: Unsichtbare Tinte ist ein alter Hut und wenn die Polizei innerhalb von wenigen Minuten einen DNA-Test mit einem Schnelltest durchführen könnte, warm dann nicht auch ein (ehemaliger) Regierungsbeamter? Vom Charakter her wurde er eher als Kontrollfreak bezeichnet und es wäre naheliegend gewesen.
Das ganze WeLS-Programm störte mich ebenfalls. Dank Internet bzw. PAV im Buch kann jeder jederzeit mit allen sprechen. Wenn tatsächlich so viele Menschen verschwinden, wäre es aufgefallen, auch wenn die Medien kontrolliert werden. Das Internet ist einfach zu groß und als Kollektiv zu weit verzweigt, als dass man es komplett kontrollieren könnte.
Der Schreibstil ist zwar spannend, aber verwirrend, da viele Dinge als Abkürzung angegeben und nicht erläutert werden bzw. es erschließt sich erst Kapitel später aus dem Kontext, worum es geht, obwohl der Begriff schon auf Seite 3 fällt.
The Sign ist ein Jugendroman und reitet auf der Young Adult Dystopie-Schiene mit. Zwar gibt es eine Liebesgeschichte, aber (bisher) keine Dreiecksbeziehung. Abgesehen von den Tattoos ist der Zukunftsansatz realitätsnah. Heutzutage kann man fast jeden übers Smartphone orten, Gespräche können von Bots mitgeschnitten werden und die Medien werden immer strenger reguliert. Trotzdem ist es ein Unterhaltungsroman, dessen Schwerpunkt auf Nina Oberons Entwicklung liegt.
Nina neigt zwar dazu die Dinge unnötig zu verkomplizieren, ist aber im Grunde aber ein etwas unsicherer Teenager, mit dem man sich gut identifizieren kann. Alles in allem ist "The Sign" eine spannende Dystopie in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, die Lust auf Band 2 macht- und ein bisschen kritischer über unseren Medienkonsum denken lässt.

Fazit
Young-Adult-Dystopie: in einem von den Medien beherrschten Überwachungsstaat entdeckt Nina Oberon ihren eigenen Willen. Für Fans von Neva oder Cassie und Ky. Ich gebe 4 von 5 Sterne.
 
 
 


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