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Jasper T. Scott

Dark Space: Der Ursprung

  • Autor:Jasper T. Scott
  • Titel: Dark Space: Der Ursprung
  • Serie:
  • Genre:
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Piper
  • Datum:20 März 2017
  • Preis:14,99 EUR

 
»Dark Space: Der Ursprung« von Jasper T. Scott


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Wir erinnern uns (hoffentlich): Im letzten Band der Reihe, wurden Ethan und sein Sohn Atton von Commander Caldin wegen Hochverrats ins Gefängnis geworfen. Ihr Schiff, die Definant, driftete antriebslos im Sythianer Raum, außerhalb des Dark Space. Ein Rettungsschiff, die Rescue, wurde ausgesandt, um bei der nahegelegenen Raumstation Obsidian Hilfe zu holen. Destra, Attons Frau, kämpfte derweil irgendwo gegen die Sythianer ums Überleben und der Verbrecher Brondi trieb an Bord des ehemaligen Flaggschiffs Valiant sein Unwesen, um die Macht im Dark Space an sich zu reißen

-Schnitt-

Die Rescue trifft, mittlerweile selber antriebslos, auf Verstärkung. Die Besatzung wird auf die Tauron, dem Flaggschiff von Admiral Heston gebracht. Dieser ist Befehlshaber einer zweiten menschlichen Flotte, die sich an einem Ort, Enklave genannt, den Sythianern erfolgreich widersetzt hat. Die Tauron macht sich auf den Weg, um die letzten Überlebenden der Definat zu bergen, und mit ihnen Atton und Ethan. Als Commader Caldin Heston davon unterrichtet das die Valiant in den Besitz des Verbrechers Brondi gelangt ist, setzt der Admiral alles daran, um das Schiff zurückzuerobern. Darüber hinaus vergisst er aber auch nicht seine eigentliche Mission, welche ihn überhaupt erst in die Nähe der Obsidian Station gebracht hat. Er ist auf der Suche nach dem Ursprung – dem Heimatplaneten der Sythianer. Ferner will er den Grund wissen, warum diese einen Krieg gegen die Menschen führen.

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Das Wichtigste vielleicht vorne weg. Nachdem mich die beiden ersten Bände nur bedingt überzeugen, geschweige denn begeistern konnten, liest sich Dark Space, Der Ursprung (OT: Dark Space, Origin) erheblich besser, spannender, actionreicher und vielseitiger. Allerdings nur im Vergleich mit seinen Vorgängern, denn der wirklich große Wurf ist Jasper Scott mit der Dark Space Reihe eher nicht gelungen. Zwar nette Unterhaltung, aber die vielgepriesene Bestseller Serie (siehe Klappentext) konnte ich leider nicht erkennen.

Woran hat es also gehapert? Ich glaube, da sind einige Gründe zu finden. Die Space Opera driftet leider allzu oft in eine Soap Opera ab. Natürlich ist es nicht schlecht, wenn man den Protagonisten einen familiären Hintergund verpasst und sie auch mal „menscheln“ läßt, aber wenn sich die (gefühlte) Haupthandlung fast ausschließlich um eben jenes familiäre Verhältnis zwischen Destra, Ethan, Atton, Heston und Alara dreht, ist das einfach ein Spur zuviel.

Ethan kann nicht mit Alara, weil ja Destra seine Frau ist, welche jedoch mittlerweile mit Heston verheiratet ist, was wiederrum Ethan und Atton nicht verstehen können, worauf Heston Atton und Ethan gerne loswerden möchte. Aber dann ist da ja noch Alara, welche sich dank eines Sklavenchips für eine Prostituierte hält und sich nicht meh an ihre Liebe zu Ethan erinnern kann, welcher jetzt aber, nachdem Destra ja neu verheiratet ist, eine Beziehung mit ihr beginnen möchte. Ein Kuddelmuddel der übelsten Sorte also, der den Lesegenuss einfach nur behindert. Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass Destra und Heston eine Tocher namens Atta haben? Nein? Na ja, ist ja auch nicht wichtig.

Ein weiterer wichtiger Minuspunkt ist die schlichte und oberflächliche Charakterzeichnung fast aller Beteiligter. Admiral Heston möchte ich hier mal ausnehmen, denn der hat mir richtig gut gefallen. Sein Geheimnis, das er nur mit einem Menschen teilen konnte, hat ihn zu einer interessanten Figur gemacht, was man leider von allen anderen nicht behaupten kann. Keiner, weder Atton, Ethan, Destra oder Alara, haben sich charakterlich weiterentwickelt, sie sind schlichtweg auf dem Stand des ersten Buches stehen geblieben und haben sich in völlig unwichtigen und für die Handlung überflüssigen „Beziehungskisten“ aufgerieben.

Bei all den zwischenmenschlichen Problemen ist die Handlung leider etwas auf der Strecke geblieben. Sie ist zwar durchaus actionreich (mit vielen Raumschlachten gespickt) und vielschichtig (man könnte auch sagen verwirrend), dafür aber auch etwas überhastet. Man eilt von einem Ort zum anderen, bereitet sich auf die große Schlacht gegen die Valiant vor, aber irgendwie kommen alle Handlungsstränge einfach zu kurz. Selbst das finale Gefecht gegen das sythianische Raumschiff ist vorbei noch ehe es richtig los geht.

Der zentrale Punkt der Geschichte, Hestons Suche nach dem Ursprung, wird zwar aufgeklärt, jedoch ist die Art und Weise wenig spektakulär, fast schon belanglos. Das Geheimnis, welches die Verbindung zwischen Sythianern und den Gor umgibt, ist nett. Mehr aber auch nicht. Die profane Aussage „Der Mond umkreist die Erde“ ist vermutlich wesentlich erstaunlicher und bahnbrechender als die Erkenntnis, die Heston gewinnt. Sorry, aber irgendwie macht der Krieg gegen die Menschen, und all das was damit zusammenhängt, keinen wirklichen Sinn.

Der namengebende Dark Space spielt überhaupt keine Rolle mehr, die Handlung hat sich in den Normalraum verlagert. Auch die Frage, wie Brondi (der auch mehr oder weniger in den Hintergrund tritt) überhaupt an solch eine Flotte und an so viele Mitarbeiter gelangen konnte, wird nicht beantwortet. Und ich will hier jetzt nix von Sklavenchips hören. Auch Brondis grandioser Plan aus dem Vorgängerband (der so viel schlimmes erahnen ließ), die Flotte Hestons durch einen Virus zu infizieren und außer Gefecht zu setzen, verpufft einfach so (frei nach dem Motto: „Och, hat ja dann doch nicht geklappt“). Das ist schriftstellerisch und ideentechnisch gesehen einfach lächerlich!

Trotz dieser vielen negativen Punkte, hinterläßt der Roman als ganzes dennoch einen besseren Eindruck als die Vorgänger. Scotts Schreibe ist flüssiger geworden, die Handlung (wie schon gesagt) vielfältiger und kompakter. Admiral Hoffs Geheimnis, das er nur mit einem Besatzungsmitglied teilt, ist so mysteriös, dass es einen als Leser durchaus zu fesseln vermag. Auch die Frage, ob die Gor wirklich auf der Seite der Menschen stehen oder ob nicht alles nur ein perfider Plan ist um an den Zugang zum Dark Space zu gelangen, ist spannend. Man weiß einfach nicht, was man von diesen Außerirdischen halten soll. Das alles sind so kleine Punkte, die mich immer bei der Stange gehalten haben, egal wie unendlich öde sich so manch andere Passagen des Buches auch gelesen haben.


Fazit
Die Dark Space Reihe ist sicherlich nicht der große Wurf und kann auch die vielen Lobeshymen, mit denen sie besungen wurde, nicht, oder nur bedingt, rechtfertigen. Es ist gut, dass die Reihe nun zu einem zufriedenstellenden Ende gebracht wurde. Eine Fortsetzung ist sicherlich genauso unnötig wie ein drittes Ohr auf dem Rücken.
 
 
 


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