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Harrison, Harry / Holm, John

Hammer und Kreuz-Trilogie
König und Imperator

  • Autor:Harrison, Harry / Holm, John
  • Titel: König und Imperator
  • Serie:Hammer und Kreuz-Trilogie
  • Genre:SF
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne
  • Datum:00 -
  • Preis:19.90 DM

 
»König und Imperator« (Hammer und Kreuz-Trilogie) von Harrison, Harry / Holm, John


Besprochen von:
 
Andreas Marchhart
Deine Wertung:
(3)

 
 
Der dritte Band der Hammer und Kreuz-Trilogie schließt nahtlos an das Ende des zweiten Bandes an. Es beginnt damit, dass Shef unumstrittener König des Nordens ist. Alfred ist zwar Mitkönig und eigentlich sollten sich die beiden die Macht im Lande teilen, nur ist auch Alfred bewusst, dass beim Tod von Shef das gesamte Reich zerfällt. Shef steuert seine Reiche auf eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes hin, seine Ratgeber behaupten allerdings, dass er Träge geworden sei und wollen ihn wieder an der Spitze seiner Armee in den Krieg ziehen sehen. Imperator Bruno und Basileus Basileos bringen den römischen Papst und den Patriarchen von Konstantinopel dazu ihre religiösen Differenzen zu beenden und schließen einen Pakt gegen die Moslems und gegen Shef mitsamt dem Weg. Im Gegenzug versuchen die Moslems mit Shef einen Pakt zu schließen und Shef reist mit seinen Beratern und einem Teil seiner Flotte in den Mittelmeerraum, da er von einem moslemischen Forscher gehört hat, der einen es geschafft hat, Flügel zu bauen mit denen er Menschen in die Lüfte steigen lassen kann. Das einzige Problem ist allerdings, dass man mit diesen Flügeln nicht lenken kann und man deshalb nur gesichert durch ein Seil sich durch die Luft bewegen kann.
Währenddessen greifen die Griechen die Moslems an, und vernichten deren Flotte mittels griechischen Feuers. Shef und seine Leute kritisieren die Strategie der moslemischen Flottenbefehlshaber. Darauf fordern diese Shef heraus, zu beweisen, dass Shef besser ist und dieser wendet sich gegen die Griechen. Dabei erlebt Shef seine erste Niederlage in einer Seeschlacht aber er kann mit einem kleinen Teil seiner Flotte den Rückzug antreten. Der Dolmetscher zwischen den Nordmannen und den Moslems führt Shef und seine Leute in ein jüdisches Dorf in Südfrankreich, wo die Katharer mit Shef Kontakt aufnehmen, damit er ihnen hilft ihre heiligste Reliquie vor den Franken zu retten, den Gral. Allerdings stellt sich heraus, das der Gral der Katharer eine Stegleiter ist, mit der Josef von Arimathea den noch nicht wirklich toten Jesus vom Kreuze geholt hat. Jesus hat in der Folge dann Gott, seinem Vater, abgeschworen und als böse verurteilt, was zur Folge hatte, dass er ein gnostisch dualistisches Weltbild zu vertreten begonnen hat. Der Schöpfer Gott ist dem guten Gott entgegengesetzt. Als Dank für seine Hilfe erhält Shef eines der drei Evangelien nach Jesus. Dieses lässt er verbreiten, um der christlichen Kirche zu Schaden. Es kommt zur großen Schlacht vor Rom wo Shef aber plötzlich die Nerven verliert und mit einem der weiterentwickelten Flugdrachen die Lage selbst erkunden will. Dabei stürzt er allerdings mitten in das feindliche Lager, da er selbst den Flugdrachen noch nicht richtig beherrscht. Er wird gefangengenommen und nach nordischen Ritus an einen Baum genagelt. Brand übernimmt die Befehlsgewalt über die Armee und gewinnt die Schlacht gegen die Franken. Shef wird noch lebend vom Baum heruntergeholt, aber Brand und Shefs Freunde sind sich einig, dass Shef nicht weiter König bleiben darf, denn er würde von der Bevölkerung selbst zu einem Gott hochstilisiert werden. Auch Shef sieht dies ein und legt seine Königswürde ab. Er begibt sich mit seiner Lebensgefährtin Ivar in die Sümpfe ins Exil wo er bis zu seinem Lebensabend vom Aalfang lebt. Das allein von Shef zusammengehaltene Reich indes zerfällt.

Nach den ersten beiden Bänden hatte ich mich eigentlich auf ein grandioses Finale eingestellt und dessentwegen waren die Erwartungen meinerseits auch sehr hoch gesteckt. Doch leider hat der dritte Teil den Erwartungen nicht standhalten können. In keinerlei Hinsicht kommt „König und Imperator“ an die ersten beiden Teile heran. Die Handlung ist wie bei den Vorgängern wieder sehr kompakt, nur habe ich diesmal den Eindruck als ob der Rahmen der Geschichte eigentlich nebensächlich wäre, denn das Augenmerk liegt eindeutig bei den Entwicklungen und Erfindungen und wenn Shef gerade wieder einmal eine neue Waffe oder sonst eine Weiterentwicklung braucht, dann wird der Verlauf der Geschichte halt dermaßen hingebogen, dass er die auch bekommt. Im Grunde genommen habe ich eigentlich das Gefühl, als wenn die Entwicklungen die gemacht werden sollten als Konzept festgestanden haben und die ganze Geschichte einfach dazugestrickt worden ist.
Außerdem sind die Schriftsteller meiner Meinung nach von ihrem eigenen Konzept teilweise abgegangen. Denn die Ausgangsbasis war, was wäre passiert, wenn die nordische Religion organisiert und fortschrittsorientiert gewesen wäre. In diesem Band wird aber darauf wenig Rücksicht genommen, denn die Christliche Lehre wird nicht dadurch geschwächt, dass „Der Weg“ eine modernere und fortschrittlichere Religion ist, sondern dass das Christentum durch die Lehren der Katharer geschwächt wird. Des weiteren werden die Katharer nicht so beschrieben, wie sie in der weltlichen Geschichte dargestellt werden, sondern eher so wie es einige Pseudohistoriker gerne hätten. Und dies verwundert mich doch sehr, denn ansonsten wurde von Holm und Harrison sehr wohl bei der europäischen Geschichte großen Wert auf Authentizität gelegt.
Und der Schluss ist ganz einfach nicht zufriedenstellend. Er wirkt abgehackt und aufgesetzt, so als ob Harrison und Holm endlich zu einem Schluss kommen wollten. Im großen und ganzen bleibt nach der Lektüre des dritten Bandes ein mehr als schaler Geschmack zurück, denn im Vergleich mit den ersten beiden Bänden ist dieser leider nur noch ein schwacher Abklatsch.

Es ist mir wirklich nicht leicht gefallen, aber dieser Band bekommt nur sechs von zehn Punkten. Gemessen an den ersten beiden Bänden wären aber vier Punkte das Maximum.
 
 
 


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