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Fred Ink

Crossover: es wird dich verändern


 
»Crossover: es wird dich verändern« von Fred Ink


Besprochen von:
 
Lanara
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
6 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, haben nur eins gemeinsam: Sie erwachen in einer für sie völlig fremden Umgebung, können sich an nichts erinnern und wissen nur eins - sie sind in Gefahr. Als Harald erwacht, denkt er erst, dass er schon gestorben ist. Bis er sich umschaut und am Himmel zwei Sonnen entdeckt und von einem krebsartigen Riesenmonster als Zwischenmahlzeit auserkoren wurde. Tom ist der Meinung, dass dies alles einem schlechten Drogentrip entstammt und macht sich erst mal nur Sorgen darum, dass er nicht cool wirken könnte. Den beiden läuft Tabea über den Weg: Herrisch, top gestylt und (noch) recht entspannt trotz der seltsamen Situation. Birgit dagegen muss ihre Tochter Kati suchen, die ein „Hundi“ gesehen und diesem nachgelaufen ist – nur dass dieses Hundi eher ausschaut wie ein leuchtender verwachsener Affe. Beobachtet werden die beiden von einem namenlosen und geheimnisvollen Mann, der sich selbst als Jäger sieht und nur langsam daran erinnert, wer er ist.

Langsam und nur zögerlich lernt man die Protagonisten kennen, erlebt mit, wie ihre Erinnerung zurückkehrt und sie herausfinden, wer sie sind. Ein paar Klischees fehlen bei den Charakteren auch nicht: Tabea weiß um ihr gutes Aussehen und setzt dieses skrupellos ein, um ihre Mitmenschen zu manipulieren und einen für sich selbst möglichst großen Vorteil zu erzielen. Das perfekte „Opfer“ hat sie in Tom gefunden: Unsicher und bemüht cool, dabei aber absolut triebgesteuert, der angesichts Tabeas weiblicher Reize mit den Gedanken weit abschweift. Diese beiden und auch Harald fand ich während der kompletten Handlung am präsentesten. Birgit bleibt ein undurchsichtig: Zweifache Witwe, die aufgrund eines nicht genannten Ereignisses gläubig wurde und ihre geistig zurück gebliebene Tochter über alles liebt. Diese übrigens gefiel mir recht gut; ihr Unvermögen, sich aufgrund ihrer Behinderung richtig auszudrücken und bemerkbar zu machen, war gut dargestellt. Mit ihr konnte ich richtig gut mitfühlen. Der Jäger blieb die meiste Zeit eine Hintergrundfigur, über ihn findet man nicht allzu viel heraus.

Als Leser ist man immer auf dem gleichen Stand wie die Protagonisten und ihnen nie einen Schritt voraus. Nach und nach entdeckt man Hinweise, was passiert sein könnte, wie die Menschen zusammen hängen und wo sie sich befinden. Auch beobachtet man, wie sich die Wesenszüge der sechs ändern: Manche wachsen über sich hinaus, andere zeigen schnell ihr wahres Gesicht – aber ob es wirklich ihr wahres Gesicht ist oder sie sich durch die äußeren Umstände ändern, darf der Leser selbst entscheiden. Denn nicht nur die fremde Umgebung, die menschenartigen Wesen und mutantenähnlichen Tiere sind ihnen feindlich gesinnt, auch sie selbst können sich gefährlich werden.

Durch die kontinuierlichen Perspektivenwechsel bleibt die Spannung während des ganzen Buches auf einem Level und zwingt einen förmlich zum Weiterlesen. Fred Ink schreibt stellenweise sehr bildhaft und manche Stelle erfordert einen robusten Magen. Einziger Minuspunkt, der aber eigentlich auch ein Pluspunkt sein könnte: Fast ist es schon ein wenig zu viel des Guten. Monstertiere, menschenähnliche Wilde, die vergewaltigen und zum Kannibalismus neigen, ungesunde Atmosphäre, seltsame tödliche Pflanzen. Immer wieder kommt etwas Neues auf den Leser zu, ganz ohne Atempause.

Fazit:

Ich brauche immer ein Moment, um mich in den Büchern von Fred Ink zurechtzufinden. Doch dann fesselt mich seine Phantasie sehr schnell und es fällt mir schwer, mit dem Lesen aufzuhören.
 
 
 


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