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Donald Ray Pollock

Das Handwerk des Teufels

  • Autor:Donald Ray Pollock
  • Titel: Das Handwerk des Teufels
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:12 August 2013
  • Preis:9,99 EUR

 
»Das Handwerk des Teufels« von Donald Ray Pollock


Besprochen von:
 
harakiri
Deine Wertung:
(4)

 
 
Arvin muss mit gerade mal 8 Jahren zusehen wie unmenschlich seine Mutter an Krebs stirbt und sein Vater sie, trotz intensivster Gebete und Opfergaben nicht retten kann und sich schließlich selbst umbringt. Dieses Erlebnis prägt den kleinen Kerl sehr. Sein Leben verbringt er fortan bei der Großmutter und einer Stiefschwester. Als diese schwanger wird und sich schließlich aufhängt brennt bei Arvin eine Sicherung durch…

Roy und Theodore sind verarmte Wanderprediger. Roy nicht das hellste Licht am Himmel und als eine Wiedererweckung fehl schlägt müssen die beiden fliehen. Erst Jahre später kommen sie zurück.

Sandy und Carl morden sich so durch die Länder. Kein Anhalter ist vor ihnen sicher.

Und auch Sheriff Bodecker ist nicht ganz so hasenrein wie es ein Sheriff wohl sein sollte. Er ist korrupt und bestechlich und so manches Verbrechen verschwindet schon mal in einer Schublade


Anfangs finden wir die Handlungsstränge getrennt. Jeder behandelt einen der Charaktere und zeigt auf, wie schnell man vom lieben Jungen zum Mörder werden kann. Oder wie sehr einen die Umwelt prägt und man in die falsche Richtung rutscht. Gerade im Falle von Sandy wird das sehr schön aufgezeigt: in dem kleinen Dorf in Ohio, Anfang der sechziger Jahre hat sie keine Chance mehr aus ihrem Leben zu machen. Die Handlung von Arvin hat mir sehr gut gefallen: wächst behütet von Vater und Mutter auf, ist ein ruhiger Geselle. Aber nur solange man ihn nicht reizt. Denn dann befolgt er das Gebot seines Vaters: Rache wird kalt genossen und bei passender Gelegenheit. Dabei hängen die Charaktere aber alle irgendwie zusammen, was im Lauf der Lektüre immer klarer wird. Hier kommt das ganze sprachliche Können des Autors zum Tragen. Mühelos verknüpft er die Fäden, jeder hat seinen Platz in der Geschichte. Und auf einmal treffen die Charaktere mit einem RUMS aufeinander!

Keine Frage: helle Seiten finden wir in diesem Buch sehr wenige. Allenfalls noch anfangs die Liebe zwischen Arvins Eltern. Doch dann begegnen wir der dunklen Seite im Menschen, in jedem von uns. Dabei beherrscht aber nicht Splatter das Buch, nein, eher perfide Untertöne. Ein Mensch wird ermordet und was danach passiert überlässt der Autor dem Kopfkino des Lesers, was in manchen Fällen viel wirkungsvoller ist als eine simple Aneinanderreihung von Tötungsarten. Dennoch fließt im Roman genug Blut um den Horrorfans unter uns Spannung und flüssiges Lesen zu bieten.

Fazit: Das Buch ist erschreckend, ergreifend, beängstigend, heftig , wundervoll und großartig - und das alles gleichzeitig.
 
 
 


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