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Derek Landy

Skulduggery Pleasant 8
Die Rückkehr der Toten Männer

  • Autor:Derek Landy
  • Titel: Die Rückkehr der Toten Männer
  • Serie:Skulduggery Pleasant 8
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Hardcover
  • Verlag:Loewe
  • Datum:14 Oktober 2014
  • Preis:17,95 EUR

 
»Die Rückkehr der Toten Männer« (Skulduggery Pleasant 8) von Derek Landy


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(5)

 
 
Nun ist es soweit. Nachdem sich einfach keine Lösung im Konflikt zwischen den einzelnen Sanktuarien, das irische auf der einen, der Rest auf der anderen Seite, finden lässt, kommt es nun unausweichlich zum Krieg. Hilfe erhält das irische Sanktuarium, eine Wiege der Magie, nur von den anderen Wiegen in Australien und Afrika. Viele Zauberer, egal auf welcher Seite sie stehen, sind jedoch nur halbherzig dabei. Zu schmerzlich ist es, gegen jemanden zu kämpfen, der eben noch ein guter Freund oder Freundin gewesen ist, sich nun aber auf der vermeintlich „falschen“ Seite befindet. Obwohl es in diesem Krieg eigentlich kein falsch oder richtig gibt. Auch die Toten Männer, verstärkt durch Walküre, finden wieder zueinander und greifen in das Geschehen ein.

Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, werden überall auf der Welt Warlocks, mächtige Zauberer, von Unbekannten hinterrücks ermordet. Die Spuren deuten dabei auf eine ominöse Sondereinheit X hin, die einst von Sterblichen (also den ganz normalen Menschen ohne magische Fähigkeiten) gegründet wurde. So macht sich der Chef-Warlock Charivari nun auf, um Rache an den Urhebern dieser feigen Morde zu nehmen. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, werden nach und nach auch die Führungsmitglieder einzelner wichtiger Sanktuarien ermordet – bis hin zum Obersten Rat.

So wie es ausschaut, hat Irgendjemand unerkannt im Hintergrund das Ruder übernommen und versucht nun, Sanktuarium gegen Sanktuarium und Warlocks gegen Sterbliche aufzubringen. Doch welches Ziel genau verfolgt dieser Unbekannte? Und wer ist es?

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Hui, erst einmal tief durchatmen. Es ist schon starker Tobak den Derek Landy in seinem mittlerweile achten Band der Skulduggery Pleasant Reihe dem Leser hier vorsetzt. Die Rückkehr der Toten Männer (OT: Last stand of Dead Men) hat alles, was man für ein erinnerungs- und denkwürdiges Buch braucht. Wäre das Buch ein Film, hätte es alle Voraussetzungen um ein echter Blockbuster zu werden. Was hier alles passiert, geht nicht mehr auf die wohlbekannte Kuhhaut. Die Ereignisse überschlagen sich förmlich, an allen Fronten wird gekämpft und gestorben. Sehr zum Leidwesen vieler Leser, lässt Landy dabei auch einige liebgewonnene Charaktere über die Klinge springen. Aber, wat mutt, dat mutt, wie der Norddeutsche so schön zu sagen pflegt. Wo kämen wir denn hin, wenn nur die Bösewichte ein Opfer des Krieges werden aber nicht die Guten?

So interessant sich die Geschichte entwickelt, so überraschend ist sie auch. Wer hinter der weltweiten Verschwörung steckt war so nicht abzusehen und hatte sich auch keinesfalls in den vorherigen Bänden auch nur andeutungsweise abgezeichnet. Aber seien wir doch mal ehrlich: Was war das denn für ein bescheuertes Motiv das der Verschwörer zum Anlass genommen hat um auf die Dunkle Seite überzuwechseln? Da lebt dieser Typ seit Hunderten von Jahren und auf einmal kramt er seine Abneigung gegen die sterblichen Nichtmagier ans Licht der Öffentlichkeit? Diese Abneigung passt so gut zu ihm wie ein Trainingsanzug zu Skulduggery – nämlich gar nicht. Nun ja, seine gerechte (?) Strafe dafür hat er jedenfalls von Darquise bekommen. Sollte er sich im nächsten Band nicht als freiwilliges Opfer anbieten, um diesen unsäglichen Beschleuniger abzuschalten, hat er von dieser Strafe noch eine Menge „Spaß“ zu erwarten.

Apropos Spaß. Auch wenn man als Leser dem neuerlichen Zusammenschluss der Toten Männer geradezu entgegengefiebert und sich auf ihren verbalen Schlagabtausch gefreut hat, bleibt einem aber dennoch oftmals das Lachen im Halse stecken. Bei solch einem Gemetzel und so vielen Kämpfen und Toten, fällt es einem, trotz Scapegrace, Trasher und neuerdings auch Meister Ping, schwer, seinen Humor nicht zu verlieren. Mehr als einmal macht Derek Landy „Schluss mit Lustig“. Der unbekümmerte Schwung der ersten Bände geht zusehend verloren, obwohl der Wortwitz immer wieder anzufinden ist. Nur wird die Rahmenhandlung immer düsterer und läuft nun endgültig auf den finalen Schlagabtausch zwischen Darquise und dem Rest der Magierschaft hinaus. Allerdings will mir bei den gottähnlichen Fähigkeiten von Darquise, und da sie nun definitiv die unwiederbringliche (?) Kontrolle über Walküres Geist und Körper hat, kein Mittel einfallen mit dem man sie adäquat aufhalten könnte.

Positiv zu vermerken ist die Tatsache, dass Landy wieder viele alte Bekannte mitspielen lässt. Solomon Kranz bekommt seinen Kurzauftritt, Fletcher Renn wird erneut ein festes Mitglied im Team, China Sorrows hat sich glücklicherweise wieder mit Skulduggery ausgesöhnt und auch Tanith Low und Billy Ray Sanguin stehen diesmal auf der „richtigen“ Seite. An dieser Stelle kann man auch durchaus darauf hinweisen, dass es kein Fehler ist, wenn man den „Sonderband“ der Reihe, Tantih Low – Die ruchlosen Sieben, bereits gelesen hat. Es lassen sich immer wieder einige Anspielungen daraus (die Sache mit den Göttermördern) wiederfinden. Ein muss ist es jedoch nicht.

Das bereits Hollywood die ersten zaghaften Fühler ausgestreckt hat um mit Derek Landy über eine Verfilmung des ersten Bandes zu verhandeln, ist auch kein Geheimnis mehr. In Landys Blogg kann man mehr darüber erfahren. Allerdings scheint er sich noch etwas zu sträuben. „I'm not about to sign away the movie rights until I've considered every angle.”, bekennt der gebürtige Ire unverblümt. Und da gibt es sicherlich noch jede Menge an Geldfragen, äh, sorry, Gesichtspunkten, die er noch beachten muss. Man will sich ja auch nicht unter Wert verkaufen, nicht wahr Mister Landy? :-)

Nichts desto trotz ist auch der achte Band wieder ein phantastischer Pageturner. Eine echte Männerfreundschaft, die sich auch von killenden Bauchtänzerinnen und Tausenden von mordenden Widergängern nicht auseinanderreißen lässt (nun ja, im großen und ganzen zumindest), ein Verrat in den eigenen Reihen und ein ehemaliges Spiegelbild, das seine menschliche Seite entdeckt, sind nur einige der Zutaten mit denen Landy sein neues Abenteuer würzt. Immer ist irgendwo etwas los, werden finstere Pläne geschmiedet und wieder verworfen, werden Bündnisse geschlossen und wieder gelöst. Und das alles nur, weil man den Vorschlag des Obersten Rates, ein Wörtchen im irischen Sanktuarium mitsprechen zu wollen, abgelehnt hat. Aber, was war an dem Vorschlag denn eigentlich so schlimm, nachdem was da alles zuvor vorgefallen ist ?

Untermalt ist das alles mit dem typischen Humor und Wortwitz Landys. Eben noch lacht man, im nächsten Moment möchte man sich die Bettdecke über den Kopf ziehen. Für mich, wie schon gesagt, großes Kino. Wie auch für alle anderen Bände aus der Reihe kann ich eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen – obwohl ich natürlich jetzt schon weiß, dass kein Fan der Serie sich dieses Buch entgehen lassen wird. Die Geschichte ist einfach zu spannend, zu gut, zu lesenswert.

Skulduggery rules!
 
 
 


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