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Carlos Ruiz Zafón

Der dunkle Wächter

  • Autor:Carlos Ruiz Zafón
  • Titel: Der dunkle Wächter
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:FISCHER Taschenbuch
  • Datum:07 November 2011
  • Preis:8,99 EUR

 
»Der dunkle Wächter« von Carlos Ruiz Zafón


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3)

 
 
Endlich meint es das Schicksal wieder gut mit Sabine Sauvelle und ihre zwei Kindern Irene und Dorian. Nachdem ihr Mann starb und nichts als Schulden hinterließt, rutschte die Familie immer tiefer in den Abgrund aus Schulden, Armut und Verzweiflung. Da kommt das Angebot des Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann gerade zur rechten Zeit. Er bietet der Familie ein neues Zuhause und Arbeit auf seinem Landsitz an. Sabine Sauvelle soll seinen Haushalt führen und sich um seine Buchhaltung kümmern, dafür sorgt er für eine gute Schulbildung ihrer Kinder.

Ein spannender Sommer beginnt. Irene verliebt sich in den jungen Fischer Ismael, Dorian streift über die Insel,freundet sich mit Lazarus Jann und genießt ungewohnte Freiheiten. Der einsame, ältere Mann findet in der jungen Witwe eine aufmerksame und geduldige Zuhöherin und bald schlicht eine stille Zuneigung in ihre Gespräche. Alles scheint vollkommen.

Doch schon bald wandelt sich die leichte, traumhafte, fast schwerelose Zeit in einen Alptraum. Ein junges Mädchen wird ermordet aufgefunden und auf dem Anwesen des Fabrikanten passieren unheimliche Dinge, welche die jungen Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Eine alte und dunkle Macht ist erwacht und bedroht das Glück der kleinen Familie.

Kommentar:
Viele werden mich steinigen wenn ich sage, dass mich diese Geschichte sehr an die Bücher von Daphne Du Maurier, Wilkie Collins oder Charlotte Bronte erinnert. Ein abgelegener, einsamer und düsterer Herrensitz, ein verschrobener Eigentümer mit einer bettlägerigen Frau, die seit zwanzig Jahren niemand zu Gesicht bekommen hat. Eine einsame, stürmische Landschaft voller Geheimisse und zwei junge Menschen, die ihre erste Liebe erfahren.

Haus Manderly , der Landsitz Thornfield oder auch Cravenmoore könnten alle der gleichen Feder entstammt sein. Tragik, eine schaurige Atmosphäre und düstere Geheimnisse umranken alle Personen und Landsitze. Doch die Sprache von Zafon übertrifft die der anderen Autoren bei weitem. Der Autor besticht durch einen flüssigen Schreibstil, detaillierte und bilderreiche Beschreibungen und eine Poesie, die den Leser in eine andere Welt entführt, wobei diesem Roman jedoch noch der Zauber fehlt, den seine späteren Bücher beinhalten.
Doch schon in diesem Schauerroman wird deutlich, dass Zafon das Medium Sprache wunderbar beherrscht um den Leser in seine Welten zu entführen. Durch Rückblenden wird die eigentliche Geschichte erweitert und verlängert, nichtsdestotrotz tragen die Episoden aus der Kindheit Lazarus sehr zur Spannung der Erzählung bei. Auch die eingestreuten Geschichten, die Ismael und der Fabrikant erzählen, tragen zum Verständnis der Ereignisse bei.

Passend zum Inhalt der Erzählung ist das Cover etwas düster und in dunklen, dezenten Farben gehalten. Abgebildet ist der Leuchtturm, der eine tragende Rolle spielt. Mir hat auch gefallen, dass der junge Fischer den Namen Ismael trägt und die gleiche Liebe zum Meer in sich trägt, wie ein andere Ismeal der Weltliteratur.

Fazit:
Obwohl das Buch sehr einfach gestrickt ist und die Geschichte keine großen Überraschungen aufweist, ahnt man hier schon die Genialität des Autors, die in seinen kommenden Romanen immer mehr zu erkennen ist. Als Fan von Zafon sollte man dieses Buch, der Vollständigkeit halber, gelesen haben.
 
 
 


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