•  
    Leseliste
  •  
    Vogemerkt
  •  
    Rezension
  •  
    Gelesen
  •  
    Neu

Andrzej Sapkowski

Geralt-Zyklus 2
Das Schwert der Vorsehung

  • Autor:Andrzej Sapkowski
  • Titel: Das Schwert der Vorsehung
  • Serie:Geralt-Zyklus 2
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Deutscher Taschenbuch VerlagErscheinungsdatum
  • Datum:01 Juni 2008
  • Preis:8,95 EUR

 
»Das Schwert der Vorsehung« (Geralt-Zyklus 2) von Andrzej Sapkowski


Besprochen von:
 
pelaphina
Deine Wertung:
(4.5)

 
 
"Das Schwer der Vorsehung" stellt den zweiten Band der Geralt-Saga dar und sollte erst nach "Der letzte Wunsch" gelesen werden. Nicht nur Geralts unglückliche Liebe zu der unterkühlten SChönheit Yennefer findet hier seine Fortsetzung, auch sein täglicher Kampf um ein Dach unter dem Kopf und einen vollen Magen.


Inhalt und Meinung

Wie im ersten Band haben wir es eher mit in sich abgeschlossenen Erzählungen zu tun, die recht übergangslos aneinandergereiht werden. Da kommt höchstens mal Hinweis, dass wir uns chronologisch vorwärtsbewegen, aber in welchen Zeitrelationen sich die Geschehnisse zueinander geschehen, ist nicht immer klar.

Die erste Geschichte behandelt eine unkonventionelle Drachenjagd, bei der Geralt zunächst nur skeptischer Zuschauer ist. Es wird schnell klar, dass die Herrschenden und die fahrenden Streiter vor allem am Goldschatz interessiert sind und Artenschutz ganz unten auf der Prioritätenliste steht. Auch Yennefer ist mit bei der Partie. Am Ende steht einmal mehr der Mensch als das wahre Ungeheuer dar.
Gerade am Anfang konzentriert sich der Humor auf die körperlichen Reize von Frauen. Ein bisschen zu viel Fanservice für meinen Geschmack, sodass es ins Geschmacklose abzudriften droht.

Die zweite, "Ein Eissplitter" erzählt von einer Dreiecksbeziehung zwischen Geralt, Yennefer und einem Zauberer - für wen wird sich die exzentrische Frau entscheiden? Hier geht es weniger um körperlichen Kampf als um geistigen - hat Geralt als Mutant überhaupt ein Recht auf eine Beziehung, wo er doch angeblich nichts fühlt? Man kann Geralts Gefühle von Wut, Ohnmacht und seinen Versuch, seine Rechte zu verteidigen, sehr gut nachvollziehen und fiebert gespannt mit, wie sich der Knoten lösen wird.

In "Das Ewige Feuer" verschwimmen einmal mehr die Grenzen zwischen Gut und Böse oder in diesem Fall: akzeptierten und nicht akzeptieren Ungeheuern. Ironisch fragt der kleine Gejagte hier: Haben etwa die Elfen mit ihrem angenehmen Äußeren ein größeres Anrecht auf Leben als ein hässliches Wesen? Diese mit überraschenden Wendungen gespickte Verfolgungsjagd dürfte jeden zum SChmunzeln bringen.

"Ein kleines Opfer" ist eine eher ruhige, kontemplative Geschichte über "Äuglein", Bardin und Freundin von Rittersporn, die auf Geralts Beziehung zu Yennefer erhellt - oder erhellen soll. Die Parallele erschließt sich mir nicht, als Geralt Yennefers Situation mit seiner eigenen "Äuglein" gegenüber vergleicht.

In den beiden letzten Erzählungen, welche den Grundstein für die Fortsetzung legen, geht es vor allem um Vorsehung / Vorbestimmung. Ich will nicht zu viel verraten, aber hier wird die Geschichte von dem Hexer und Yennefer weitergesponnen unter der Frage: reicht Vorbestimmung, oder braucht es mehr, damit diese zwei zusammenfinden? Eine kleine Rotznase wird dabei eine Rolle spielen. "Das Schwert der Vorsehung" entführt den Leser in den Brokilon, zu den Dryaden, "Etwas mehr" zeigt Geralts Träume/Halluzinationen/Erinnerungen? nach einer schweren Verletzung.

So unterschiedlich die Geschichten scheinen mögen, sie bewegen sich chronologisch vorwärts, wenn auch in Sprüngen, fast assoziativ. Auch gibt es Querverweise zwischen den ersten beiden Bänden. Über weite Strecken geht es um Außenseiter, und Geralt, der selbst einer ist, kann die Wesen verstehen, die nichts Böses wollen, sondern einfach nur in dieser feindlichen Welt überleben.

Was mich irritiert an der Reihe ist Yennefer. Einerseits verhält sie sich distanziert, rational und berechnend, andererseits macht sie alles - ihr Leben, ihr Glück - von ihrem Kinderwunsch und ihrer Unfruchtbarkeit abhängig. Sie wird nicht als warmherzig oder lebendig, sondern als kalt und künstlich dargestellt. Die Art, wie sie Geralt behandelt macht mir seine Verrücktheit nach ihr umso unverständlicher.

Dieser Roman dürfte verschiedenste Leser und Bedürfnisse ansprechen, weil er subtilen und derben Humor bietet, spannende Actionsszenen neben rührende Geschichten von Liebe, Freundschaft und Anderssein stellt. Ich bin sehr gespannt, Geralts weg in "Das Erbe der Elfen" weiter zu verfolgen.


Die Geralt-Saga
Der letzte Wunsch
Das Schwert der Vorsehung
Das Erbe der Elfen
Die Zeit der Verachtung
Feuertaufe
Der Schwalbenturm
Die Dame vom See
 
 
 
  •  
    2013-04-22
    Das Buch habe ich damals im Orginal gelesen und frage mich, ob die vielen Flüche und Schimpferei auch Eingang in die Übersetzung gefunden haben.


Mehr Rezensionen von pelaphina